Intendant Balga im Gespräch: „Viele Erstaufführungen“. Der neue Intendant Alex Balga über die größten Herausforderungen seiner neuen Tätigkeit und die künftige Ausrichtung des Amstettner Musicalsommers.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 24. September 2019 (03:23)
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kommunikationsagentur sengstschmid

Alex Balga: Den Gedanken, aber auch das Ziel hatte ich schon kurz nachdem ich beschlossen habe, den Weg auf die Bühne einzuschlagen. Es war schon damals mein Traum, einmal ein Theater zu haben, das ich nach meinen eigenen Ideen und Vorstellungen bespielen kann. Als ich die Intendantenausschreibung für den Musicalsommer Amstetten gesehen habe, war für mich sofort klar, dass ich mich bewerben muss. Ich schätze das leidenschaftliche Team vor Ort und glaube fest an den Standort der Festspiele.

Sie gelten als kreativ, ehrgeizig und kommunikativ. Was ist das Schöne an der neuen Aufgabe? Was sind die speziellen Herausforderungen?

Balga: Ich versuche, bei jeder Produktion vom ersten Moment an auf jeden Beteiligten einzugehen und mir auch Ideen anzuhören. Diese Inputs wäge ich immer ab und bringe sie in eine Form, die in mein Konzept und meine Vision passt. Somit fühlt sich am Ende jeder als Teil des Theaterabends und das motiviert das Team. Eine der Herausforderungen ist, den hohen künstlerischen Standard, den das Festival hat, zu halten. Die schönste Aufgabe ist aber, kreative Menschen zu vereinen, die gemeinsam eine Produktion zum Erfolg bringen.

Was muss man mitbringen, um als Intendant erfolgreich zu sein?

Balga: Man sollte sicherlich ein Teamplayer sein und vor allem ein gewisses Gespür haben, was die Stückauswahl betrifft. Ich schaue mir sehr viele neue Stücke an. Nicht alle, die andernorts erfolgreich sind, sind passend. Das Richtige zu finden ist schon eine kleine Kunst, erfordert Erfahrung und, wenn es ganz neu ist, auch ein wenig Mut. Das beste Stück am falschen Standort oder zum falschen Zeitpunkt kann ein Reinfall werden. Es gibt so viele Faktoren, die einen Erfolg ausmachen. Ich denke, diese Details unter einen Hut zu bringen, macht die Arbeit eines Intendanten so spannend, weil man das Zünglein an der Waage sein kann. Denn die letzte Entscheidung liegt bei mir.

Sie sind ein erfolgreicher Regisseur, jetzt sind Sie ein künstlerischer und wirtschaftlicher Manager eines Bühnenbetriebs. Werden Sie die Regiearbeit vermissen oder kann man beides unter einen Hut bringen?

Balga: Ich werde mich keineswegs als Regisseur zurückziehen. Im ersten Jahr werde ich den Musicalsommer Amstetten sogar wieder inszenieren. Das muss aber nicht immer so sein. Ich werde auch weiterhin an anderen Häusern inszenieren. Um den wirtschaftlichen Teil muss ich mich nicht kümmern, denn dafür wird Geschäftsführer Christopher Prassl zuständig sein. So hat man den zusätzlichen Vorteil, sich mit jemanden austauschen zu können, der die Dinge von außen sieht, so wie später das Publikum. Ich denke, wir werden ein gutes Team sein.

Wie schaut die künftige Ausrichtung des Musicalsommers Amstetten aus?

Balga: Ich möchte gerne so viele deutsche beziehungsweise österreichische Erstaufführungen wie möglich bringen und auch an Uraufführungen arbeiten. Amstetten hat bewiesen, in höchster Qualität produzieren zu können. Ich möchte deshalb in Zukunft auch andere Produzenten und Intendanten dazu bewegen, sich unsere Produktionen anzuschauen. So ergibt sich vielleicht die Möglichkeit, dass sie Stücke aus Amstetten übernehmen oder auf Tour schicken. Die Förderung des Musicalnachwuchses ist mir ebenfalls ein Anliegen und damit meine ich nicht nur Darsteller, sondern auch Choreographen, Autoren, Komponisten, Übersetzer und alle, die einen Musicalabend erst möglich machen. Die Infrastruktur des Musicalsommers Amstetten bietet meiner Meinung nach dafür die perfekte Plattform, denn wir werden weiterhin erstklassige Unterhaltung auf höchstem internationalen Niveau bieten.