Amstetten: Jazz-Virtuosen im Hof. Im Vierkanter Hauer luden „Odjila“ zu einem Konzert der Extraklasse und überzeugten mit ihrer Lust am Ungewöhnlichen.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 20. August 2021 (05:54)
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Mit einem leichtfüßigen Groove und verführerischen Klangbildern entwickelte „Odjila“ die jeweiligen Kompositionen.
Leopold Kogler

„Odjila“ servierte im vollbesetzten, pittoresken Innenhof des Vierkanters Hauer Musik vom Allerfeinsten, die direkt in Herz und Hüfte geht. Orient und Okzident, Euphorie und Melancholie bestimmen die Musik der Band. Die beiden Multiinstrumentalisten Wolfgang und Werner Weissengruber, die sich seit vielen Jahren dem Jazz verschrieben haben, Manuela Kloibmüller mit der Vielfalt des Akkordeons und einer leidenschaftlichen Sängerin sowie Schlagzeuger Matthias Eglseer glänzten mit ihrem neuen Programm.

Eigene Werke und ausgewählte Kompositionen von Astor Piazzolla, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre, stehen im Mittelpunkt. In den verschiedenen Liedern sind aber auch Idyll und Schaurigkeit miteinander verschränkt. In fast jede sonnensatte Szenerie dräut sich etwas Schräges hinein.

Die bestens harmonierende Formation trifft mit ihrer Musik genau den Ton, der ohne Umwege die Seele zu durchwandern vermag. Unbändige Spielfreude und Lust am Ungewöhnlichen vereinen diese musikalische Truppe. Ihre Musik schlägt unbekümmert Brücken zwischen dem Hier und dem Dort sowie zwischen Land und Stadt.

„Odjila“ ist gelinde gesagt unterwegs im Schmelztiegel der Weltmusik – herrlich groovig und schräg improvisiert. Die Matinee endet vital und mit einigen Zugaben und das Publikum dankt mit stürmischer Begeisterung.