Damm hat sich in Seitenstetten bewährt. Das neue Rückhaltebecken bewahrte Seitenstettner Zentrum vor Flut.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. Juli 2021 (08:17)
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Die Treffling stieg im Ortsgebiet zwar hoch, blieb aber dank Rückhaltebecken in ihrem Bett.
Aichinger, Aichinger

„Das neue Rückhaltebecken und der Damm haben sich beim Hochwasser voll bewährt. Damit ist auch bewiesen: Das Geld, das hier investiert wurde, ist gut angelegt“, sagt Vizebürgermeister Leopold Krondorfer.

„Wir hatten also noch einigen Spielraum, und das, obwohl uns Anrainer von weiter oben an der Treffling berichtet haben, dass mehr Wasser gekommen ist, als bei der großen Flut 2002“ Leopold Krondorfer

Der Pegel im Becken stieg am 18. Juli bis etwa einen Meter unterhalb der Dammkrone. „Wir hatten also noch einigen Spielraum, und das, obwohl uns Anrainer von weiter oben an der Treffling berichtet haben, dass mehr Wasser gekommen ist, als bei der großen Flut 2002“, berichtet der Vize-Ortschef. Ohne das Becken wäre der Ortskern vermutlich überschwemmt worden.

Aber auch so beunruhigte es Anrainer, dass die Treffling im Ort bis dicht an die Ufergrenzen stieg. „Es hat Diskussionen gegeben, ob da bei der Schleuse zuviel Wasser durchgelassen wird, aber darauf haben wir als Gemeinde keinen Einfluss. Das legen die Experten des Landes fest. Der Schieber ist derzeit so eingestellt, dass er 20.000 Liter pro Sekunde durchlässt“, berichtet Krondorfer. Diese Menge könnte sich in Zukunft auf 27.000 Liter pro Sekunde erhöhen, Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Bachbett von der Ott-Brücke bis hinauf zur Brücke beim Gemeindeamt ausgeweitet wird.

Das Bachbett soll ausgeweitet werden

„Im Zuge des Projekts Gemeinde 21 sind wir da ja in der Planung. Ein Vertiefen des Bachbettes ist leider nicht möglich. Wir werden da das Verkehrssystem etwas ändern müssen und wollen dabei den Bach für die Bürger auch gleich erlebbar machen. Ausbleiben wird uns wohl auch nicht, dass wir die Ott-Brücke vergrößern, weil wir sonst dort ein Nadelöhr haben“, sagt Krondorfer. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll da ein Projekt zustandekommen.

Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Gemeinde auch das Rückhaltebecken übernehmen, das derzeit noch in die Verantwortung der Abteilung Hochwasserbau des Landes fällt. Die Einstellung der Durchflussmenge wird aber auch dann natürlich Sache der Experten bleiben.

Enorm war die Menge an Schlamm, Holz und Unrat, die die Treffling beim Hochwasser Mitte Juli mit sich gerissen hat. Über 20 Lkw-Fuhren Schwemmgut mussten vom Rechen des Rückhaltebeckens entfernt werden.