Tauchgang zu Wrack in Ardagger heuer erfolgreich. Nach gescheitertem Vorjahres-Versuch konnten Taucher nun das Wrack bestimmen.

Von Peter Führer. Erstellt am 17. März 2021 (04:05)

Ja, bei jenem Wrack, das fünf Kilometer flussaufwärts vom Gasthaus „Schatzkastl“ in Ardagger an der Donau liegt, handelt es sich tatsächlich um das Kriegsschiff AT 916. Dieses Schiff wurde am 6. Mai 1945 nach Beschuss durch die US-amerikanischen Streitkräfte versenkt. Auf Initiative von Gerald Tagwerker machten sich am vergangenen Freitag Mitglieder der Feuerwehr-Tauchgruppe West abermals auf, um eine Vermessung am Wrack durchzuführen. Im Sommer war der Versuch aufgrund der schlechten Sicht unter Wasser abgebrochen worden.

Nun herrscht aber Klarheit, denn die Maße stammten mit den Plänen überein. „Es hat sich bestätigt, es handelt sich um den vermuteten Artillerieträger. Auch die Einschusslöcher zeigen, dass das Schiff von den US-amerikanischen Truppen angegriffen wurde und sich dann selbst gesprengt hat“, freut sich Feuerwehrmitglied Tagwerker über die nun vorhandene Klarheit. Er recherchierte schon seit Jahren über das Wrack. Erst ein Anruf aus Kanada brachte ihn auf die richtige Fährte. Der Anrufer besaß nämlich das Tagebuch eines Besatzungsmitgliedes, in dem dieser den Untergang schildert.

Witterung und Strömung als Herausforderungen

Für die Tauchgruppe West handelte es sich bei der Vermessung um eine nicht alltägliche Herausforderung. Normalerweise kümmert sich das Team rund um Gruppenkommandant Bernhard Ebenführer um Bergungen von Gegenständen, Fahrzeugen oder Personen. Der Einsatz im Wasser bringe viele verschiedene Herausforderungen mit sich. So etwa die Witterung, die Strömung und – gerade bei Personenrettungen – die psychische Komponente. „Es ist eine gute Abwechslung und auch eine sinnvolle Übung. Wir helfen hier gerne mit“, unterstrich Ebenführer.

Als nächsten Schritt plant Hobbyforscher Gerald Tagwerker, ein Schild mit Informationen über das Wrack aufstellen zu lassen. Dieses könnte auf der Höhe des Wracks angebracht werden, oder einige Kilometer flussabwärts. Denn auch hier liegt ein Wrack. Gut möglich, dass das Tagwerkers nächstes Forschungsprojekt wird.