Blumenerde aus Gunnersdorf

Erstellt am 20. Juli 2022 | 05:08
Lesezeit: 3 Min
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Landtagsabgeordneter Anton Kasser mit Florian und Christoph Fuchsluger. In Gunnersdorf wird aus biogenen Abfällen unter anderem hochwertige Blumenerde produziert.
Foto: Knapp
Die Fuchsluger GmbH ist ein wichtiger Partner der Abfallwirtschaft.
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Auf dem Gelände der Fuchsluger GmbH lud ÖVP-Landtagsabgeordneter und gda-Obmann Anton Kasser am Mittwoch der Vorwoche zum Pressegespräch. Und das aus gutem Grund – ging es unter anderem doch um die Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Und da ist die Firma Fuchsluger ein wichtiger Partner, denn dort werden schon seit dem Jahr 1977 biogene Äbfalle verarbeitet, rund 90.000 Tonnen sind es jährlich. Strauchschnitt liefert der gda im Bezirk Amstetten ebenso an wie der Gemeindeverband Tulln und auch die Stadt Wien. Von den Donaukraftwerken kommt Schwemmholz nach Gunnersdorf auf das rund 12,5 Hektar große Betriebsgelände.

Was im Bezirk wenig bekannt ist: „Wir produzieren täglich rund 450 Paletten Blumenerde (26 Lkw-Züge) für namhafte Supermärkte und auch die Lagerhäuser“, berichten Florian und Christoph Fuchsluger. Besonders gefragt ist die Erde deshalb, weil sie keinen Torf enthält. Aber auch Biofiltermate rial zur Geruchsminimierung wird in Gunnersdorf hergestellt. Wurzelholz eignet sich dafür besonders gut.

„Wir produzieren täglich rund 450 Paletten Blumenerde (26 Lkw-Züge) für namhafte Supermärkte und auch die Lagerhäuser“
Florian und Christoph Fuchsluger

Auch im Betrieb selbst setzten die Gebrüder Fuchsluger auf Ökologie. Eine 200 kWp-Photovoltaik-Anlage haben sie schon installiert und in vier Wochen sollen weitere Paneele mit einer Leistung von 300 kWp montiert werden. 83 Prozent der erzeugten Energie verwertet der Betrieb selbst.

Für Kasser wird bei der Firma Fuchsluger GmbH eindeutig an den richtigen Schrauben für eine ökologischere Zukunft gedreht. Es bedarf aber natürlich noch vieler anderer Maßnahmen. „Eine, für die ich mich schon seit Jahren eingesetzt habe, auch gegen Widerstände in höchsten ÖVP-Kreisen, ist das Einwegpfand auf Dosen und Pet. Aber der Kampf hat sich ausgezahlt, denn mit 1.1.2025 wird es eingeführt und ich bin sicher, dass wir damit die Recyclingquote deutlich erhöhen und das Littering reduzieren“, freut sich der ÖVP-Politiker.

Ein wichtiger Schritt ist für Kasser in der Region auch die Gründung einer bezirksweiten „Erneuerbaren Energiegemeinschaft“, um regional nachhaltig produzierten Strom zu nutzen und zu tauschen. Die Vorbereitungen dafür laufen beim gda auf Hochtouren.

Call-System nicht zu Ende gedacht

Kritik übt der Landtagsabgeordnete am Fördersystem für Photovoltaikanlagen. „Statt dem Call, den wir jetzt haben und bei dem immer wieder Leute durch den Rost fallen, sollte man das System vereinfachen. Wer eine Photovoltaikanlage errichten will, sollte das tun können, danach die Rechnung einreichen und die Förderung bekommen. Die Kapazität der Wirtschaft beschränkt die Zahl der Anlagen ohnehin. Das System, das wir jetzt haben, ist nicht zu Ende gedacht“, kritisiert Kasser.

Als Bezirksbauernbundobmann weist er natürlich auch auf die prekäre Lage vieler Landwirte durch explodierende Kosten bei Energie, Dünge- und Futtermittel hin. Der Bund hat für sie ein Versorgungssicherungspaket geschnürt. 80 Millionen Euro werden flächenbezogen, basierend auf dem Energieverbrauch, abgegolten. 30 Millionen werden als Zuschuss für tierhaltende Betriebe ausgezahlt. Pro Betrieb sind das 1.000 bis 2.000 Euro.

Kasser betont, wie wichtig es in Krisenzeiten ist, die Bauern zu unterstützen und vor allem wieder die Eigenversorgung im Land in den Fokus zu nehmen. Bei Rind, Schwein und Milch ist sie gegeben, bei Hühnern und Puten, bei Eiern und bei Obst und Gemüse nicht.

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