NEOS-Brottrager im Interview: „Kräftige Deregulierung“. Die NÖN lädt die regionalen Spitzenkandidaten der Parteien zur Nationalratswahl zum Gespräch. In dieser Ausgabe: NEOS-Kandidatin Magdalena Brottrager aus Euratsfeld.

Von Daniela Führer. Erstellt am 05. September 2017 (03:29)
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„Ambitioniert, aber derzeit auch in Reichweite, ist der erste Platz hinter den drei alten Parteien SPÖ, ÖVP und FPÖ“, sagt Wahlreis-Spitzenkandidatin Magdalena Brottrager über die Ziele der NEOS für die Nationalratswahl.

NÖN/BVZ

NÖN: Warum kandidieren Sie für die NEOS im Wahlkreis Mostviertel als Spitzenkandidatin?

Magdalena Brottrager: Es ist mir wichtig, dass die Menschen im Mostviertel wieder mehr Chancen haben. Dazu gehört auch, das alte politische System aufzubrechen, um gemeinsam nächste wichtig Schritte zu setzen und die Menschen in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. Wichtig ist für mich auch, mit dem Schuldenmachen auf Kosten der nächsten Generation schlusszumachen. NEOS steht für mich für all diese Punkte.

NEOS ist eine Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft

Denken Sie, dass Sie den NEOS persönlich durch Ihre Kandidatur Stimmen bringen oder wählen die Menschen Ihrer Einschätzung nach eher nur die Bundespartei?

Aus meiner Sicht stehen Inhalte im Vordergrund. Worum es mir nicht geht ist, mich in den Vordergrund zu stellen, um Stimme zu bekommen. NEOS steht dafür, Rahmenbedingungen schaffen zu wollen, die Menschen Chancen geben, um zum Beispiel aus eigener Kraft Eigentum zu schaffen oder das Risiko eingehen zu können, ein Unternehmen zu gründen. Daher denke ich, dass die Wähler eher die Bundespartei wählen werden.

Führen Sie einen Persönlichkeitswahlkampf oder stehen bei Ihnen Themen im Vordergrund?

NEOS ist eine Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft. Bei uns stehen nicht einzelne Personen, sondern Themen, die unser zukünftiges Zusammenleben entscheidend regeln werden, im Vordergrund. Gemeinsam mit 58 anderen Kandidaten in Niederösterreich wollen wir Themen in den Bereichen Bildung, die Stärkung des Unternehmertums und die Schaffung zukunftsfitter Sozialsysteme vorantreiben.

Mit welchen Zielen gehen Sie in die Wahl: Für die Partei und für Sie ganz persönlich? Was wäre für Sie ein Wahlerfolg?

Das Ziel von NEOS ist es, gestärkt in die nächste Legislaturperiode zu gehen, also stärker als bei der Nationalratswahl 2013 zu werden. Ambitioniert, aber derzeit auch in Reichweite, ist der vierte Platz hinter den drei alten Parteien SPÖ, ÖVP und FPÖ.

Schaffung von enkelfitten Sozialsystemen im Mittelpunkt

Welche Themen stehen für Sie ganz persönlich bei dieser Wahl im Mittelpunkt?

Bei dieser Wahl stehen die Stärkung der Klein- und Mittelunternehmer, Bildung und die Schaffung von enkelfitten Sozialsystemen im Mittelpunkt. Hier braucht es neue, mutige Vorschläge, damit wir unseren Lebensstandard auch weiterhin aufrechterhalten können.

Was würden Sie konkret in der Region Mostviertel bewirken oder umsetzen wollen?

Besonders wichtig für unsere Region sind die Klein- und Mittelunternehmen. Diese sind bei uns im Mostviertel die Grundlage für Arbeitsplätze, vor allem sie werden in Zukunft Jobs schaffen und nicht der Staat. Sie brauchen mehr Freiheiten und Chancen, um sich hier weiter entfalten und neue Ideen umsetzen zu können. Dazu muss man auch anerkennen, dass Unternehmer oft ein sehr großes persönliches Risiko eingehen, mit dem sie Arbeitsplätze sichern. Neben anderen Maßnahmen braucht es hier vor allem eine kräftige Deregulierung.

Die NEOS sind im Wahlkreis Mostviertel nur in Amstetten im Gemeinderat vertreten mit Roman Kuhn. Gibt es Bestrebungen, die Partei NEOS im politischen Geschehen im Mostviertel tiefer zu verankern und wenn ja, wie?

Uns ist es wichtig, kontinuierlich zu wachsen und zu arbeiten. Wurzelschlagen dauert und passiert nicht von heute auf morgen. Ich möchte jeden, der unserer Vorstellungen und Pläne teilt, herzlichen einladen, bei uns mitzumachen.

Wie bewältigen Sie den Wahlkampf persönlich? Bringen Sie selbst Mittel ein – sei es Ihre Zeit, finanzielle Mittel oder haben Sie gar eigene Mitarbeiter?

Wie viele andere Kandidaten bringe auch ich ehrenamtliche Zeit in den Wahlkampf ein. Wir sind eine junge Partei, die auf viele engagierte und ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen ist. Gemeinsam mit unserem Spitzenkandidaten in Niederösterreich, Niki Scherak, bin ich zum Beispiel bei neos@home-Abenden unterwegs. Bei diesen Abenden öffnen Interessierte für uns ihre Wohnzimmer, laden Freunde und Bekannte ein und wir diskutieren über Politik.

Welche Rolle spielen Facebook und Co. bei Ihrem Wahlkampf?

Die Sozialen Medien spielen in unserem Wahlkampf eine sehr große Rolle. Diese Art der Kommunikation erlaubt uns einen direkten Austausch mit den Wählern. Das gibt uns auch die Möglichkeit, viele unserer Ideen und Pläne für ein neues Österreich direkt mit den Menschen zu teilen und zu diskutieren.