„Eine positive Vision für die Forstheide“. Bürgerinitiativen und Naturschutzorganisationen machen sich für Amstettner Naherholungsgebiet stark und wollen Gemeinden an Bord holen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 20. September 2016 (04:17)
NOEN, Knapp
Die Vertreter von Bürgerinitiativen und Naturschutzorganisationen ziehen künftig zur Rettung der Forstheide an einem Strang.

Die Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“ hat sich mit anderen Naturschutzorganisationen zusammengetan, um der weiteren Zerstörung des Naherholungsgebietes Einhalt zu gebieten. „Wir wollen nicht, dass die Forstheide bei Amstetten durch eine systematische Stück-für-Stück-Zerstörung in 20 Jahren so aussieht wie in Kematen“, sagt Roland Dirnberger.

„Immer wieder zerstörerische Eingriffe“

Die Ausweisung „Landschaftsschutzgebiet“ und „Natura 2000 Gebiet“ reiche augenscheinlich nicht aus, um die Forstheide effektiv zu schützen. „Es passieren leider immer wieder von der Behörde genehmigte zerstörerische Eingriffe. Ob es wirklich notwendig war, zur Borkenkäferbekämpfung einen derartigen Kahlschlag durchzuführen, bezweifeln wir“, sagt Heiner Brachner von der Bürgerinitiative Pro Ybbs.

Die Umweltschützer fordern eine Erweiterung des Landschaftsentwicklungskonzeptes und wollen selbst wichtige Vorarbeit dazu leisten. „Mit ortskundigen Anrainern und wissenschaftlichen Beratern werden wir eine umfassende Kartierung per GPS anstreben.

Danach könne man mit den verschiedenen Besitzern in einen Dialog eintreten und über den Erhalt von Schutzgütern verhandeln. „Es ist also durchaus denkbar, dass die Stadt Amstetten dem Grundeigentümer dann zum Beispiel eine 150-jährige Eiche ablöst. Er bekäme den Wert des Baumes vergütet, dafür stünde der dann unter Schutz“, erklärt Dirnberger das Prinzip.

Schreiben an alle Gemeinderäte

Natürlich müssen sich die Bürgerlisten und Umweltorganisationen für ihr Projekt alle Anrainergemeinden der Forstheide (Amstetten, Winklarn, Kematen, Aschbach, Allhartsberg) ins Boot holen. Deshalb haben sie in der Vorwoche an alle Gemeinderäte eine Broschüre ausgesandt, in der sie ihre Vision für die Forstheide präsentieren. „Die Bürgerinitiative Rettet die Forstheide ist früher etwas kantig aufgetreten, jetzt wollen wir die Zusammenarbeit forcieren, um besseren Schutz für das Naherholungsgebiet zu erreichen“, sagt Dirnberger.

Ziele seien die Erhaltung des einzigen Steppenheidegebietes im westlichen Niederösterreich, der Schutz und die schonende Nutzung des Heidewaldes, die Erhaltung der Forstheide als Naherholungsgebiet unter Einbeziehung von Land, Bund und Bevölkerung. „Möglich gemacht würde das durch den Kauf oder die Pacht von hochwertigen Flächen durch die öffentliche Hand sowie den Abschluss von Verträgen mit Grundeigentümern zum Schutz von wertvollen Einzelbäumen, aber auch zum Ausschluss intensiver Bewirtschaftung“, fasst Dirnberger zusammen.

Die Organisationen

Mit im Boot sind: Naturschutzbund, BirdLife, BI Rettet die Forstheide, Landschaftspflegeverein Mostviertel, Alpenverein Amstetten, Naturfreunde Amstetten und BI Pro Ybbs.