Fladenbrot statt Dirndl: Türkischer Supermarkt eröffnet. In der Amstettner Leerfläche Wienerstraße 25 wird bald ein großer türkischer Supermarkt eröffnet. Von Marktstudie vorgeschlagener Branchen-Mix sieht anderes vor.

Von Wolfgang Kapf. Erstellt am 01. November 2016 (04:53)
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Im Haus Wienerstraße 25 wird ein türkischer Supermarkt entstehen, die Umbauarbeiten laufen schon.
NOEN, Kapf

Die Zillertaler Trachtenwelt hat ihren Standort vom Zentrum ins CCA verlegt. Doch das Geschäftslokal im Haus Wienerstraße 25 wird nicht mehr lange leer stehen. Es wird bereits umgebaut – und zwar zu einem großen türkischen Supermarkt mit fast 600 m² Verkaufsfläche.

Das Geschäft soll in ein paar Wochen eröffnet werden. Betrieben wird es von der Familie Demir, die bereits in Mauthausen (OÖ) einen ähnlich großen Supermarkt führt.

Fatih Demir, der 18-jährige perfekt Deutsch sprechende Sohn des Chefs, erklärt: „Unsere Produkte werden alle aus der Türkei importiert. Wir wollen aber mit unserem Angebot auch österreichische Kunden ansprechen.“ Statt niederösterreichischem Bauernbrot kann man dort dann also beispielsweise das Dürüm, ein türkisches Fladenbrot, kaufen.

Keinen Einfluss auf die Hauseigentümer

Zum von der Standort- und Markt-Studie empfohlenen Branchen-Mix in der Amstettner Innenstadt passt der türkische Supermarkt eigentlich nicht. „Aber wir haben auch keinen Einfluss darauf, welche Hauseigentümer sich welche Mieter hineinnehmen.

Um das in der Innenstadt festgestellte Angebotsdefizit abzudecken, schlägt die Studie unter anderem folgende Geschäfte vor: Spar-Supermarkt, Reformhaus, Geschäfte für Bekleidung, Schuhe, Hausrat und Wohnaccessoires“, sagt City-Marketing-Managerin Maria Ettlinger (Foto unten).

City-Marketing-Managerin Maria Ettlinger: „Laut Marketingstudie fehlen in der Innenstadt unter anderem ein Reformhaus sowie Geschäfte für Bekleidung, Schuhe, Hausrat und Wohnaccessoires.“
NOEN, Kapf

Die in der Amstettner Innenstadt – zwischen den Kreisverkehren Linzer Straße und Bahnhofstraße – vorhandenen leeren Geschäfte sollen mittels Leerflächenmanagement wieder befüllt werden. Zum aktuellen Stand der Dinge befragt, erklärt Ettlinger: „Unsere Arbeitsziele wurden in der Generalversammlung am 30.1.2015 festgelegt und Leerflächenmanagement war für uns 2016 kein Arbeits-Schwerpunkt!“

Es gibt daher auch keine aktuelle Liste, in welchen Häusern wie viele Quadratmeter leer stehen. Laut Markt-Studie waren vor 15 Monaten 2.600 m² Verkaufsfläche leer. Seit damals wurden zwei Lokale am Hauptplatz befüllt: Sushi-Bar und Antiquitäten Rudolf Decker.

Am Hauptplatz 6 wird zurzeit umgebaut für die Firma Pagro und das Fitnessstudio Injoy. Neu als leer stehende Verkaufsflächen hinzugekommen sind die Adressen Wiener Straße 1 (vorher: Bandagist Gattringer) und eben das Geschäft Wiener Straße 25, in dem aber in Kürze der türkische Supermarkt eröffnet wird.

Eigentümer haben laut Ettlinger übrigens auf der Website des Stadtmarketings die Möglichkeit, sich über den vom Marktforschungsinstitut empfohlenen Branchen-Mix zu informieren. „Außerdem wurde die Marktstudie am 2. Mai im Rathaussaal öffentlich präsentiert.“

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