Radstrategie für Amstetten. Stadtregierung will mehr Menschen zum Umstieg auf das Bike motivieren und plant Maßnahmen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. Dezember 2020 (05:05)
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Vizebürgermeister Markus Brandstetter (links) und Günter Sterlike, Leiter der Arbeitsgruppe Mobilität und Stadterneuerung, machen sich auch darüber Gedanken, wie man die Kapazität der Radabstellplätze rund um den Amstettner Bahnhof vergrößern könnte.
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Dem Thema Radfahren will die schwarzgrüne Stadtregierung im kommenden Jahr besonderes Augenmerk widmen. „Unser Ziel ist es, Amstetten noch radfahrerfreundlicher zu machen und da werden wir eine Strategie auf drei Ebenen verfolgen“, kündigt Vizebürgermeister Markus Brandstetter, zuständig für Stadtentwicklung, an.

Punkt eins gelte es, so der VP-Politiker, für die Bevölkerung ein noch besseres Angebot für das „Alltagsradeln“ zu schaffen. Dazu gehöre auch der Ausbau des Nextbike-Systems, das die Stadt in Kooperation mit dem Radland NÖ bereits betreibt. „Obwohl wir heuer durch die Coronakrise ja kein normales Jahr hatten, zeichnet sich ab, dass dieses Angebot gut angenommen wird. Ich freue mich auch, dass zwei Standorte, die ich eingebracht habe, gut frequentiert werden: jener beim Bahnhof Greinsfurth und jener bei der Berufsschule“, sagt Brandstetter. Er sieht durchaus noch Möglichkeiten, das Nextbike-Netz zu verdichten. Sinnvoll sei etwa eine Station beim Bahnhof Ulmerfeld-Hausmening, damit man von dort problemlos mit dem Rad zum Landesklinikum Mauer gelangen könne. „Wir wollen aber auch noch Firmen im Stadtgebiet ins Boot holen, die vom Bahnhof aus mit dem Rad leicht erreichbar sind. Je dichter das Netz, umso eher wird es genutzt. Ich bin sicher, dass wir die Zahlen da noch steigern können.“

Punkt zwei der Radstrategie hat die Verbesserung des innerstädtischen Radwegenetzes zum Ziel. Das sei deshalb wichtig, so Brandstetter, um mehr Bürger zum Umsteigen auf das Bike zu bewegen. „Wir haben grundsätzlich kein schlechtes Radwegesystem, doch es weist Lücken auf, die wir schließen müssen. Nächstes Jahr wollen wir daher zum Beispiel einen Radweg vom Bahnhof bis zum Interspar errichten und mit jenem an der Reichsbrücke verbinden. Längerfristig ist es das Ziel, ihn bis zur Firma Umdasch und dann noch weiter nach Osten zu führen“, sagt der Vizebürgermeister.

E-Bike-Leihsystem ist angedacht

Amstetten hat viele Siedlungen in Hanglage und das ist für deren Bewohner natürlich auch ein Hemmschuh für den Umstieg aufs Rad, gilt es doch beträchtliche Steigungen zu bewältigen. Aber auch dafür schwebt Brandstetter schon eine Lösung vor: „Wir hoffen, dass es uns gelingt, mit Wohnanlagenbetreibern und anderen Partnern ein E-Bike-Leihsystem in Amstetten zu schaffen. Denn dann können die Bewohner dieser Siedlungen bei kleineren Besorgungen oder auch Amtswegen vermehrt auf das Rad umsteigen.“

Schließlich will man auch noch andere Gemeinden mit Radwegen besser an Amstetten anbinden. „Da überlegen wir zum Beispiel, wie wir es schaffen können, Pendler aus St. Georgen per Bike schnell und sicher zum Bahnhof zu bringen. Es gibt da mehrere Projekte mit den Umlandgemeinden, die wir uns anschauen“, sagt Brandstetter.

Punkt drei der Amstettner Radwegstrategie betrifft den touristischen Bereich. Da geht es darum, die Stadt mit dem Donauradweg und dem Ybbstalradweg zu verbinden. „Wenn zum Beispiel Touristen aus Wien oder Linz mit dem Zug in Amstetten ankommen, dann sollen sie vom Bahnhof aus einen guten Anschluss an das übergeordnete Radwegenetz haben. Da prüfen wir derzeit, welche Möglichkeiten es gibt, die Verbindung Richtung Ardagger zu verbessern – dazu gehört etwa eine Unterführung der B 119. Aber auch wie wir Radfahrer, die von Osten kommen, sinnvoll durch die Stadt Richtung Greinsfurth-Ulmerfeld leiten ist Thema von Diskussionen“, sagt der VP-Politiker.

Gedanken macht er sich auch darüber, wie man die Zahl und Qualität der Radabstellplätze rund um den Bahnhof verbessern kann. „Denkbar wäre etwa mithilfe eines Hebesystems eine zweite Etage einzuziehen. Gespräche mit den ÖBB führe ich darüber bereits“, berichtet Brandstetter. Er will übrigens auch eine bessere Reparaturin frastruktur für Radler schaffen.

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