Umbau in Amstetten schon im Gange. Neue Kultur GmbH nimmt Formen an. Im Herbst wird Geschäftsführer ausgeschrieben. Vorbereitungen für Musical laufen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 10. März 2021 (05:43)

Im November verkündete die schwarzgrüne Stadtregierung einen massiven verwaltungstechnischen Umbau im Kulturbereich an. Die Kulturabteilung der Stadt und die AVB werden zu einer gemeinsamen Gesellschaft fusioniert.

Erste Weichen sind inzwischen gestellt. So werden zum Beispiel im April die bisherige Kulturamtsleiterin Elke Strauss und Clarissa Schmitz von der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit ins Büro der AVB bei der PölzHalle übersiedeln. Die eine wird im Rahmen der neuen Kultur-GmbH für den Non-Profit-Bereich der Kultur zuständig sein, die andere sich um die Tourismusagenden kümmern.

Auf Führungsebene wird der erst im Vorjahr bestellte, neue Finanzdirektor Christoph Heigl verstärkt in die Geschäftsführung der AVB eingebunden. Was öffentlich wenig bekannt war: Schon immer hatten die Veranstaltungsbetriebe zwei Geschäftsführer. Unter der Ägide von Hannes Kropfreiter, der stets ein genaues Auge auf die Finanzen hatte, trat der zweite Geschäftsführer in Person des damaligen Finanzdirektors Josef Bichler aber kaum in Erscheinung. Künftig sollen die Aufgaben geteilt werden und damit wird die Doppelspitze stärker zum Tragen kommen.

Fix ist auch schon, dass im September, wenn der befristete Vertrag von Christopher Prassl endet, die Position des zweiten AVB-Geschäftsführers neu ausgeschrieben wird. „Durch die Strukturänderung haben sich die Aufgabengebiete verschoben. Es macht daher Sinn und ist notwendig, das neu zu vergeben“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer. Prassl kann sich aber natürlich theoretisch erneut für den Job bewerben.

Corona-bedingt liegt derzeit der gesamte Kultursektor ohnehin noch im Dornröschenschlaf. Am Sommermusical hält die Stadt Amstetten allerdings fest. Es soll wie geplant über die Bühne gehen. Voraussetzung dafür ist aber wohl, dass bis dahin ein Großteil der Bevölkerung gegen Corona geimpft ist.

Auch das Kulturprogramm in der Pölz-Halle soll, wenn die Regierung grünes Licht gibt, so rasch wie möglich wieder hochgefahren werden. Aber nicht nur bei den Veranstaltungsbetrieben, auch am Kulturamt wartet man sehnsüchtig darauf, dass endlich wieder Events stattfinden können. „Eigentlich hätte im März ja die ars femina über die Bühne gehen sollen, aber das ist leider nicht möglich. Derzeit macht es sowieso keinen Sinn, über irgendeine Veranstaltung nachzudenken. Zuvor brauchen wir Planungssicherheit“, sagt Kulturstadtrat Stefan Jandl.

Sobald es vom Bund her einen Fahrplan für die Öffnung der Kultur gebe, werde man sich aber unverzüglich ans Werk machen, um so schnell wie möglich mit Veranstaltungen zu starten. „Ich hoffe, dass im Mai oder Juni zumindest im Freien wieder Kulturevents mit ausreichend Abstand stattfinden können“, sagt Jandl. Es werden natürlich keine Großveranstaltungen sein, sondern eher kleinere Formate. Jandl denkt etwa daran, Programmpunkte der im November abgesagten Kulturwochen nachzuholen.

Ausstellung soll wie geplant stattfinden

Planmäßig starten soll im März im Schloss Ulmerfeld immerhin die geplante Kunstausstellung „Die Leichtigkeit des Seins.“ Mit FFP2-Maske und unter Einhaltung der Corona-Abstände ist ja der Besuch vonGalerien und Museen erlaubt.

Als Kapellmeister des Musikvereins Amstetten wünscht sich Jandl natürlich auch, dass die Blasmusik bald wieder proben kann. „Es wäre schön, wenn, wie in der Musikschule, zumindest kleinere Ensembles wieder miteinander spielen könnten. Vielleicht wird ja eine Proben-tätigkeit zumindest dann möglich, wenn alle sich vorher testen lassen. Da ist aber ohnehin der Blasmusikverband daran, Konzepte auszuarbeiten.“ Ob es wirklich unbedingt notwendig ist, die Kultur Corona-bedingt so lange einzufrieren, wie die türkisgrüne Regierung es derzeit praktiziert, ist für Jandl eine schwierig zu beantwortende Frage. „Eine solche Situation, wie jetzt mit dem Coronavirus, hat es ja noch nie gegeben und niemand weiß, was richtig und was falsch ist. Ich bin eigentlich froh, dass ich es nicht entscheiden muss.“