Filialkirche St. Veit: Diskussion über Kirchenzugang

Erstellt am 09. September 2020 | 03:53
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Diese Skizze zeigt den neuen Kirchenzugang mit einer Stiege und einem behindertengerechten Weg zum Eingangsportal der Filialkirche in Neuhofen/St. Veit.
Foto: privat
Familie Beer beklagt, dass ortsfremde Personen über ihr Grundstück gehen und schlägt vor, neuen Weg zu schaffen.
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Am 3. Juli 2018 kaufte die Bestatterfamilie Rudolf und Maria Beer die Liegenschaft (das ehemalige Mesnerhaus) rund um die Filialkirche St. Veit. Nun fühlt sie sich durch Nicht-Neuhofner belästigt. „Bei den nord-, west- und südseitigen Zugangswegen besteht bei ortsfremden Personen Verwirrung und Orientierungslosigkeit, wie sie zur Filialkirche gelangen können. Sie durchqueren den Privatgrund rund um die Kirche und nutzen auch nicht das eigens gebaute WC, sondern den angrenzenden Baumbestand zur Notdurft. Sportler und andere Personen verweilen auch oft auf der Nord- und Südseite der Kirche und betreten ungesicherte Stellen wie eine Steinmauer, wo Absturzgefahr besteht“, erklärt Beer. Die Crux an der Sache: Auf dem Zugang zur Filialkirche besteht seit 500 Jahren ein Wegerecht.

Schon im Frühjahr 2019 hat die Familie Beer der Pfarre Neuhofen sowie dem St. Veit Verein einen Plan unterbreitet, wie die Probleme gelöst werden könnten. Der Vorschlag beinhaltet eine Grundstücksschenkung der Familie Beer an die Pfarre Neuhofen und den Kauf einer Grundstücksteilfläche von der Gemeinde Neuhofen. Durch einen Grundstückstausch würde zudem die Errichtung eines südseitigen Panoramaweges mit barrierefreiem Zugang zur Kirche ermöglicht.

Das Konzept wurde im Mai dieses Jahres den Entscheidungsträgern vorgelegt. Am 2. Juli fand eine Bürgerinformation statt, bei der noch weitere gute Ideen in die Planung aufgenommen wurden.

Das nunmehrige Konzept sieht Folgendes vor: Auf der Südseite werden ein neuer Zugang über den vorgesehenen Panoramaweg und ein großer Kirchenvorplatz geschaffen. Bei großen kirchlichen Feiern können die Kirchgeher auch auf dem alten Weg zur Kirche gehen. „Und nach Rücksprache mit uns kann bei solchen Anlässen auch eine vereinbarte Grundstücksfläche auf der Westseite der Kirche mitbenutzt werden“, sagte Beer und betont, dass er schon einiges Geld in eine optimale Lösung investiert habe.

So hat die Familie etwa für die Ableitung der Dachwässer durch Sanierung bzw. Errichtung eines Regenwasserkanals mit Sickerschacht 10.700 Euro bezahlt. Weiters fielen Notariats-, Vermessungs- sowie Planungskosten in Höhe von rund 10.000 Euro an. Aus Sicht der Pfarre wäre die neue Regelung durchaus vertretbar.

Einbindung der Bürger war sehr wichtig

Für Pfarrkirchenratsobmann-Stellvertreter Peter Doersieb war die Einbindung der Bevölkerung in die Projektplanung sehr wichtig. „Denn der erste Plan hat doch für Irritation gesorgt. Wichtig ist für uns, dass die Bevölkerung bei kirchlichen Feiern den alten Weg nutzen kann und auch, dass der Umkehrplatz für Fahrzeuge bestehen bleibt. Beides ist nun gewährleistet.“

Ob das Projekt tatsächlich verwirklicht werden kann, hängt nun noch von der Einigung zwischen dem „St. Veit Verein“, der Pfarre und der Gemeinde Neuhofen über die Finanzierung ab. Eine genaue Kostenschätzung gibt es zwar noch nicht, Friedrich Hausberger, Vorstandsmitglied des Vereines St. Veit, schlägt aber eine Drittellösung für die Errichtung einer Stiege und eines behindertengerechten Weges an der Rückseite des Hauses der Familie Beer vor. „Ich sehe unsere Aufgabe nur in der Instandhaltung der Kirche. Unsere Mittel sind begrenzt. Durch einige Veranstaltungen wie der Zwetschkenkirtag und das St. Veit Kränzchen bekommen wir Geld, um Restaurierungsarbeiten tätigen zu können“, sagt er.

Gemeinde und Pfarre, vertreten durch den Pfarrkirchenrat sehen da aber noch Diskussionsbedarf. Bürgermeisterin Maria Kogler ließ durchblicken, dass die Gemeinde nur einen kleinen finanziellen Beitrag leisten wolle. Aus Sicht der Pfarre soll der „St. Veit Verein“ vorerst die Kosten übernehmen und im Laufe der Zeit einen Teilbetrag von der Pfarre rückerstattet bekommen.

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