Pröll überbrachte Gold. Das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich gab es für Biberbachs Altbürgermeister Karl Latschenberger. Die Gemeinde ernannte ihn zum Ehrenbürger.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 31. Januar 2017 (03:58)
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Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Biberbach: Friedrich Hinterleitner, Maximilian Soxberger, Johann Heuras, Anton Kasser, Andreas Hanger, Karl Latschenberger, Erwin Pröll, Michaela Hinterholzer, Helmut Schagerl und Andreas Pum.
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Im Rahmen eines Neujahrsempfangs in Biberbach erhielt Altbürgermeister Karl Latschenberger am vergangenen Sonntag aus den Händen von Landeshauptmann Erwin Pröll das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Damit ehrte der längstdienende Landeshauptmann den längstdienenden Bürgermeister Niederösterreichs: Latschenberger stand knapp 33 Jahre an der Gemeindespitze.

Bereits im Jahr 1980 zog er in den Gemeinderat ein und schlug insgesamt sieben für ihn erfolgreiche Gemeinderatswahlen. Die Amtsübergabe an den neuen Bürgermeister, Friedrich Hinterleitner, erfolgte dann am 12. Dezember des Vorjahres.

„Er hat sein Leben der Gemeinde gewidmet“

Pröll erinnerte in seiner Ansprache an viele Gemeinsamkeiten von ihm und Latschenberger sowie an den Umstand, dass beide nahezu zeitgleich (am 23. und am 27. März) 1980 in den Gemeinderat, beziehungsweise in die Landesregierung gekommen waren: „Karl Latschenberger hat eine unglaubliche Leistung erbracht, sehr viel für die Allgemeinheit getan und sein Leben der Gemeinde Biberbach gewidmet“, sagte Pröll.

Echte Politik spiele sich auf der Ebene von Begegnungen auf Augenhöhe ab, meinte der Landeshauptmann und betonte: „Karl Latschenberger kann sowohl an seinen Taten gemessen werden als auch am Vertrauen und der Anerkennung, die ihm über Jahrzehnte entgegengebracht wurden.“ Seine Ausstrahlung reiche weit über die Gemeindegrenzen hinaus und sei beispielgebend für die jüngere Generation.

Zuvor begrüßte Bürgermeister Hinterleitner neben den rund 350 anwesenden Gemeindebürgern politische Persönlichkeiten aus der Bundes,- Landes- und Gemeindepolitik sowie seitens der Kirche Abt Petrus Pilsinger, Altabt Berthold Heigl und Pfarrer Pater Stefan Gruber. Im Rahmen einer Gesprächsrunde mit den Vizebürgermeistern der Ära Latschenberger wurden die Entwicklung der Gemeinde und die durchgeführten Projekte präsentiert und erörtert, wie es dazu kam.

„Biberbach hatte 1980 1.824 Gemeindebürger und ist bis heute auf 2.267 herangewachsen“, berichtete Latschenberger und dankte den Verantwortlichen des Stiftes Seitenstetten, denn viele Grundstücke für Siedlungen kamen vom Stift.

„Politiker sollen sich die Gesellschaft nicht leisten, sondern Politiker für die Gesellschaft was leisten“, sagte der neue Bürgermeister Friedrich Hinterleitner und betonte, dass er den Weg einer kontinuierlichen Gemeindepolitik fortsetzen wolle.

Die zweite hohe Auszeichnung erhielt Latschenberger von der Gemeinde. Er wurde zum Ehrenbürger ernannt. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von der „Biberbacher Bratlmusik“. Die Bäuerinnen verwöhnten die Gäste kulinarisch.