Lange Bus-Wartezeiten für Volksschüler: „Muss erst Unfall passieren?“

Erstellt am 08. Februar 2023 | 05:14
Lesezeit: 3 Min
Helle Kleidung macht Kinder im Verkehr sicherer
Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild/dpa)
Bus-Wartezeiten für Volksschüler in Neustadtl von bis zu 40 Minuten sorgen für Kritik.
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Eine Großmutter setzt sich bei der Volksschule für mehr Verkehrssicherheit ein. Sie schildert, dass es beim Warten auf den Bus immer wieder zu brenzligen Situationen kommt. „Wenn Unterrichtsschluss um 11.25 Uhr ist, müssen die Kinder 35 Minuten warten. Ist Unterrichtsschluss um 12.20 Uhr, müssen sie 40 Minuten warten. Das größte Problem und die Sorge ist, dass es in dieser Zeit keine Aufsicht gibt“, schildert die Großmutter. So würden die Kinder neben der Straße stehen, ohne Wartehäuschen, Absperrung, Zebrastreifen, Schutz. „Immer wieder passieren Kleinigkeiten, gottseidank noch nichts Schlimmes. Das grenzt an ein Wunder, weil doch der Verkehr immer mehr wird und auch das Tempo der Autos immer höher wird“, sorgt sich die Dame.

Angedachte Warteklasse nicht umgesetzt

Dazu komme, dass die Kinder der Witterung ausgesetzt seien. Die Eltern hätten versucht, eine Warteklasse zu organisieren. Das scheiterte durch das Fehlen einer Betreuungsperson. Es obliege der Gemeinde, diese Person anzustellen. „Leider ist man nicht gesprächsbereit, bis jetzt wurden alle Vorschläge vom Bürgermeister abgelehnt. Muss erst ein Unfall passieren, bis jemand handelt?“, fragt sich die Großmutter.

Konfrontiert mit der Kritik erklärt Bürgermeister Franz Kriener, dass man mit dem Thema vertraut sei. „Wir haben auch schon angeboten, dass die Kinder im Schulgebäude bleiben können. Aber eine Aufsicht ist nicht möglich, das gibt es nach Schulschluss auch bei anderen Schulen nicht. Eine Möglichkeit für die Eltern wäre ein Lotsendienst. Für die Buswartezeiten können wir nichts, das bestimmt der VOR. Mir wäre es auch lieber, wenn die Fahrtzeiten früher wären“, sagt er.

Dass die Autos vermehrt zu schnell unterwegs seien, könne er hingegen nicht bestätigen. Unübersichtliche Situationen entstünden, wenn, dann eher durch manche Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen. Eine Möglichkeit, auf die Kriener weiters hinweist, ist das Nützen der Nachmittagsbetreuung. Seitens VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) merkt man an, dass man sich bei der Ausgestaltung der Fahrpläne um einen bestmöglichen Kompromiss zwischen den verschiedenen Kundenansprüchen bemühe. „Im vorliegenden Fall müssen die Kinder etwas länger warten, weil der Bus von Amstetten kommt und dort mit Unterrichtszeiten sowie Bahn- und Busanschlüssen abgestimmt ist. Das ist notwendig, weil sonst die Schüler und Schülerinnen von Amstetten nicht in die kleinen Ortschaften, Rotten und so weiter heim kämen“, erläutert Pressesprecher Georg Huemer.

Wartezeiten könne man nicht ganz verhindern, jedoch versuche der VOR, im Rahmen von Umstellungen ab Juli, diese zu verringern: „Für die Unterrichts-Endzeiten 13.15 Uhr (Volksschule) und 13.20 Uhr (Mittelschule) verringert sich die Wartezeit ab kommendem Schuljahr um zehn Minuten“, kündigt Huemer an. Zudem suche der Verkehrsverbund laufend gemeinsam mit den verschiedenen Schulstandorten nach Möglichkeiten, um eine Harmonisierung von Unterrichtszeiten mit dem Buslinienangebot zu erreichen.

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