Mostkönigin Sigrid Huber: "Möchte regionale Schätze präsentieren"

Die Mostkönigin aus Neustadtl/Donau presst selber Most und weiß, wie wichtig der Erhalt der Tradition ist.

Margit Brückner Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:25
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Mostkönigin Sigrid Huber erzählt über ihren spannenden Aufgabenbereich.
Foto: Margit Brückner

Die 20-jährige Sigrid Huber ist im Dezember vergangenen Jahres zur Mostkönigin gewählt worden. Seitdem ist sie Gast auf vielen Veranstaltungen rund um den vergorenen Fruchtsaft und vertritt das schöne Mostviertel.

NÖN: Wie funktioniert die Wahl zur Mostkönigin?

Sigrid Huber: Die Wahl fand voriges Jahr im Dezember im Landhaus St. Pölten statt. Der Bewerb an sich erfolgt über die Landwirtschaftskammer und den Obstbauverband. Man muss einen schriftlichen Test absolvieren und einer Fachjury beweisen, dass man viel Basiswissen im Bereich Obstbau und Obstverarbeitung besitzt und sich gut mit unseren Traditionen auskennt. Ich verarbeite unsere Birnen vom eigenen Hof und habe durch die Mitgliedschaft an der Landjugend, die sämtliche Geräte zur Mostpressung zur Verfügung stellen, die Möglichkeit, den Most selber zu pressen. Heuer mach’ ich das gemeinsam mit zwei Freundinnen, die ebenfalls Birnbäume besitzen.

Was sind deine Aufgaben als Mostkönigin?

Huber: Ich darf bei vielen Veranstaltungen dabei sein und habe seitdem viele Mostbauern und Mostbarone kennengelernt. Es ist schön, sich mit unseren Landwirten zu unterhalten und sich über bestimmte Themen auszutauschen. Ich darf das Mostviertel in seiner ganzen Schönheit vertreten. Vor einigen Jahren ist der Most etwas in Vergessenheit geraten, aber durch die Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten, wie Cider, Mostfrizzante oder Eismost, wird das Getränk auch bei der jungen Generation wieder beliebter - so ist für jeden Geschmack etwas dabei. Außerdem werden selbst gemachte Produkte wieder mehr geschätzt.

Hat sich seit der Wahl etwas in deinem Leben verändert?

Huber: Ich habe sehr viele Hobbys und bin bei vielen Vereinen tätig. Ich bin bei der Landjugend, bei der Volkstanzgruppe, im Musikverein und im Skiclub als Skilehrerin. Wenn dann noch die Veranstaltungen wie die Mostkost, die Mostwallfahrt oder die Mosttaufe dazu kommen, ist es schon ein bisschen stressig. Aber ich mach’ das gerne und versuch’ mir immer die Zeit zu nehmen, um bei den Terminen dabei zu sein. Außerdem verstehe ich mich sehr gut mit der Mostkönigin-Stellvertreterin Theresa Alkin aus St. Pantaleon.

Welche Eigenschaften braucht man als Mostkönigin?

Huber: Es sind wahrscheinlich grundlegende Eigenschaften, wie Redegewandtheit und Geselligkeit, die man braucht, um vor einem kleinen, aber auch größeren Publikum sprechen zu können. Man soll mutig auf die Leute zugehen können und offen sein für deren Fragen und Anliegen. Man sollte auch viel über die Mostherstellung wissen, über die Gärung, den Hefezusatz und die Filtrierung oder über die verschiedenen Mostsorten in unserer Region.

Was sind deine Ziele für dieZukunft?

Huber: Ich möchte unsere regionalen Schätze präsentieren und unseren lokalen Handel unterstützen. Wir haben sehr gute Produkte und ich möchte zeigen, wie wichtig es ist, unsere Traditionen zu erhalten. Beruflich möchte ich Primarstufenpädagogin werden. Das Unterrichten ist seit jeher mein Berufswunsch. In der Volksschule wird der Grundstein für die weitere Entwicklung des Kindes gelegt.