NÖ Gemeindebund: Pressl als Präsident nominiert. NÖ Gemeindebund kürt neuen Chef. Der wird voraussichtlich Hannes Pressl heißen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Juni 2021 (05:44)
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Hannes Pressl möchte als NÖ-Gemeindebundpräsident konstruktive Politik im Sinne der Gemeinden und ihrer Bürger machen.
Knapp, Knapp

Am 29. Juni wählt der NÖ Gemeindebund (ÖVP) einen neuen Präsidenten und das wird aller Voraussicht nach Ardaggers Bürgermeister Hannes Pressl sein. Der Landesvorstand hat den Wahlvorschlag in der Vorwoche einstimmig angenommen und Pressl als Kandidat für das Amt nominiert. Die Funktion eines Vizepräsidenten des Gemeindebundes übt er ja schon länger aus und hat eng mit Riedl zusammengearbeitet.

„Und trotzdem darfst du die großen Visionen für deine Gemeinde nicht aus den Augen verlieren und musst sie auch mit hoher Professionalität verfolgen“ Hannes Pressl

Warum er dieses Amt anstrebt, ist für Pressl einfach erklärt: „Ich habe im Laufe meiner 16-jährigen Tätigkeit als Bürgermeister viele Erfahrungen in der Kommunalpolitik gesammelt. Was mich vor allem fasziniert, ist der Hausverstand, den man bei Entscheidungen stets haben muss, und auch das Einfühlungsvermögen, wenn´s einmal emotional wird – im Positiven wie im Negativen. Und trotzdem darfst du die großen Visionen für deine Gemeinde nicht aus den Augen verlieren und musst sie auch mit hoher Professionalität verfolgen.

Natürlich muss jeder Bürgermeister seine Rolle selbst finden, aber es ist wichtig, dass ihnen die Arbeit durch gute Rahmenbedingungen einfacher gemacht wird. Diesen Rahmen mitgestalten zu können, das ist für mich Motivation, die Präsidentschaft im Gemeindebund anzustreben.“

Gemeinden vor allem während Corona große Verantwortung

Gerade die Pandemie habe die enorme Wichtigkeit der Gemeinden wieder klar aufgezeigt: „Denn wohin geht der Bürger, wenn er nicht weiß, wohin er sich wenden soll? Zur Gemeinde!“, sagt Pressl. Letztlich hätten ja die Kommunen in der Corona-Zeit organisatorisch eine Hauptlast in vielen Bereichen getragen – zuletzt bei den Test- und Impfstraßen. Gerade im Bezirk Amstetten habe das vorbildlich funktioniert.

Es gäbe für ihn, sagt Pressl, aber auch persönliche Motive, die Funktion des NÖ Gemeindebundpräsidenten anzustreben. „Kommunalpolitik und Gemeindeentwicklung haben mich schon in frühen Jahren fasziniert, und ich will mich da weiterentwickeln, das gebe ich offen zu.“ Es sei aber nicht die Art von Streitpolitik, die man derzeit oft im Fernsehen präsentiert bekomme, sondern ein konstruktiver Ansatz, um den es ihm gehe.

„Eine meiner ersten Faszinationen war vor vielen Jahren die der Dorferneuerung, und ich habe in der bürgernähesten Ebene gelernt, Probleme zu analysieren, in einer teils harten Diskussion Lösungen zu finden und dann auch konsequent umzusetzen. Mit dem NÖ Gemeindebund können wir viel bewegen, denn Alfred Riedl hat es über 20 Jahre in exzellenter Weise verstanden, dessen Position zu stärken und zu festigen.“

Unterstützung bei den Zukunftsthemen

Der Aufgabenbereich des Gemeindebundes ist vielfältig und reicht von der Beratung der Bürgermeister in rechtlichen Fragen bis hin zur Vertretung der Gemeinden gegenüber dem Land im Gesetzgebungsprozess. Vor allem bei Zukunftsthemen wie- der Altenpflege, der Kinderbetreuung, der Klimawandelanpassung oder in Sachen Digitalisierung pocht der Gemeindebund auf die Anliegen und Wünsche der Kommunen.

Dem Präsidenten stehen drei Vizepräsidenten und der Landesvorstand zur Seite, der sich aus den Bezirksobleuten zusammensetzt. Auch ein Geschäftsführer und ein Team von etwa zehn Mitarbeitern in einem Büro in St. Pölten arbeiten für die Anliegen des Verbandes. „Aber der Präsident ist natürlich schon der, der die die großen Linien vorgibt, der Verhandlungen führt, Netzwerke pflegt und gegebenenfalls auch den Kopf hinhalten muss“, sagt Pressl.

Im Falle seiner Wahl will er mit einer Tour durch alle niederösterreichischen Bezirke starten. „Da geht es um ein Kennenlernen und einen Austausch in lockerer Runde, damit wir ein Gefühl füreinander entwickeln. Denn das ist die Basis, damit man auch bei schwierigen Themen miteinander gut reden und arbeiten kann.“

Seine bisher schon eingeschränkte Tätigkeit bei der NÖ-Regional wird Pressl in jedem Fall aufgeben – egal, wie die Wahl im Gemeindebund ausgeht. „Und wir werden auch in der Gemeinde à la longue etwas umschichten müssen. Ich war ja bisher auch viel im operativen Geschäft tätig, da wird es notwendig sein, Verschiedenes neu zu organisieren und Ressourcen aufzubauen“, sagt Pressl.

Seine Funktion als Bürgermeister will er aber auch in Zukunft mit Herzblut ausfüllen. „Denn die Gemeinde ist die Basis, auf der ich stehe und für die Interessensvertretung der Gemeinden ist es tagtäglich wichtig, die Anliegen der Menschen und die Entwicklungen dort, wo die Leute zu Hause sind, zu kennen.“