PCR-Tests: Unmut bei Firmen und Mitarbeitern im Bezirk Amstetten

Die PCR-Test-Misere sorgt auch bei den Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Bezirk für Frust und Ärger. Zu wenig Ausgabe- und Teststellen und zu lange Wartezeiten auf das Ergebnis sind für alle Betroffenen ein großes Problem. Die Firmen und ihre Mitarbeiter bewegen sich zum Teil in einer rechtlichen Grauzone.

Erstellt am 17. November 2021 | 16:30
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Robert Schuster, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer, versteht den Unmut der Beschäftigten. Er selbst hat 54 Stunden auf das Ergebnis eines PCR-Tests gewartet.
Foto: NÖN/Archiv

"Wir führen in der Kammer in Amstetten jeden Dienstag selbst PCR-Tests aller Mitarbeiter durch, egal ob sie vollimmunisiert sind, oder nicht. Ich selbst habe in der Vorwoche 54 Stunden auf das Ergebnis gewartet. Eine Kollegin, die keine E-Mail-Adresse hat, sollte das Resultat per SMS bekommen. Hat sie aber nicht!"

Für Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Robert Schuster ist der Unmut vieler Arbeitnehmer, die sich aufgrund der 3G-Regel am Arbeitsplatz regelmäßig testen lassen müssen, durchaus nachvollziehbar. "Ein Kollege machte gestern Telefonberatung. In den ersten 20 Minuten hatte er neun Anrufer, die sich entweder darüber beschwerten, dass sie keinen PCR-Test bekommen oder kein Ergebnis." Es laufe beim Corona-Management derzeit viel schief in Österreich, befindet Schuster.

Impfgegner beschweren sich

Auch mit Impfgegnern, die ihrem Zorn lautstark Luft machen, haben es die Mitarbeiter der Arbeiterkammer regelmäßig zu tun. "Wir können uns da allerhand anhören. Wir machen die Regeln nicht, aber 3G am Arbeitsplatz wurde verordnet und muss eben eingehalten werden."

Schuster verweist in diesem Zusammenhang auf ein kürzlich ergangenes OGH-Urteil. Ein Bediensteter aus dem Gesundheitsbereich, der sich weder impfen, noch testen lassen wollte, wurde seinem Dienstgeber gekündigt. Der OGH hat das nun für rechtsgültig erklärt. 

Bezirk bei Teststellen unterversorgt

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Für Andreas Geierlehner, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer ist der Bezirk mit PCR-Test- und PCR-Ausgabestellen unterversorgt.
NÖN

Auch die Wirtschaftskammer ist tagtäglich mit Anfragen und Beschwerden von Firmen konfrontiert. "Das Testangebot hat, charmant gesagt, sehr viel Luft nach oben", sagt Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner.

Der Bezirk Amstetten sei da auffallend unterversorgt. Es gäbe im Grunde nur die PCR-Testmöglichkeit in der CCA-Apotheke in Amstetten und ein PCR-Testangebot der Stadt Waidhofen im Rothschildschloss. "Selbst PCR-Tests holen kann man sich nur beim Spar und Interspar in Amstetten. Da muss man sich vorher anmelden und dann innerhalb von 20 Minuten dort sein. Für jemand aus Opponitz ist das schwierig."

3G-Regel nicht praxistauglich

Auch dass die Testergebnisse nicht innerhalb von 24 Stunden sondern irgendwann kommen, sorgt natürlich bei den Arbeitgebern für großen Unmut. "Denn wie sollen sie eine Regelung befolgen, die eigentlich nicht praxistauglich ist?" Manchen Betrieben bliebe gar nichts anderes übrig, als das Risiko einer Verwaltungsstrafe einzugehen, denn alles ließe sich dann auch nicht durch Homeoffice regeln.

"Die Unternehmen versuchen sicher rechtskonform zu handeln und wo das nicht einfach unmöglich sei, das Risiko mit Maskenpflicht und Abstandhalten zu minimieren." Für Geierlehner ist klar, dass die 3G-Regel aus Sicht der Regierung, die Bürger zum impfen motivieren soll. "Aber selbst dann, müssen sie ja noch 21 Tage lang Tests vorlegen. Das wird auf dem Rücken der Dienstgeber ausgetragen."