Betreiber zur Öhlinger Brauerei: „Ein guter Treffpunkt“

In Öhling gibt es seit Juli im ehemaligen Salzhaus die Brauerei „Hopfenbirn“. Die NÖN sprach mit Betreiber Dieter Zeilinger über den Craftbier-Trend und künftige Ideen.

Margit Brückner Erstellt am 07. August 2021 | 05:39
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Cornelia Zeilinger, Dieter Zeilinger, Gemeinderat David Kalteis und Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer (von links) freuen sich über den gut geglückten Umbau des historischen Gebäudes in Oed-Öhling.
Foto: Margit Brückner

NÖN: Wir haben bereits im Jänner von eurem Vorhaben, eine Brauerei zu eröffnen, berichtet. Habt ihr die Eröffnung wie geplant umsetzen können?

Dieter Zeilinger: Die Eröffnungsfeier Anfang Juli mit dem Musikverein und einigen Gemeinderäten war ein voller Erfolg. Da wir den Eröffnungszeitpunkt aufgrund der Einrichtung des Glasfasernetzes, wodurch der ganze Gehweg aufgegraben werden musste, zeitlich etwas verschoben haben, passte uns der Termin Anfang Juli ganz gut, da zusätzlich zu diesem Zeitpunkt die strikten Corona-Maßnahmen gelockert wurden.

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Nicht nur die Familie Zeilinger genießt den schönen Ausblick auf den Öhlinger Kirchturm von ihrer selbst gepflasterten Terrasse.
Margit Brückner

Wie kam die Idee, euer Hobby zum Beruf zu machen?

Vor circa drei Jahren haben wir im Freundeskreis angefangen, Bier zu brauen. Die ersten Versuche fanden in einem 20-Liter-Glühweinboiler statt, dann wurde das Volumen immer größer und mittlerweile besitzen wir ein Sudhaus mit 400 Litern. Durch das ständige Experimentieren ist die Qualität unserer Biere immer besser geworden. Wir wollten unser Bier zuallererst Freunden und Verwandten schmackhaft machen. Das ist uns gut geglückt. Zudem kam der Input von der Gemeinde Öhling, dass das alte „Salzhaus“, wo früher die Streusalzvorräte der Gemeinde gelagert wurden, schon lange leer steht und der ganze Ort froh wäre, wenn hier etwas gemacht wird, und auch die Öhlinger wieder einen Platz zum gemütlichen Zusammensitzen haben.

Ihr habt einen Verein gegründet mit dem Namen „Hopfenbirn“ und so auch eure Brauerei bezeichnet. Sind Mitglieder dieses Vereins auch an der Ideenumsetzung beteiligt?

Der Verein besteht aus Fachleuten verschiedenster Kategorien. Da wir alles selbst gemacht haben – von der gepflasterten Terrasse bis hin zur Brauanlage, den Etiketten, dem Design des Logos und dem Marketing – zählt jede helfende Hand. Speziell beim Umbau der Terrasse haben wir alle zusammengeholfen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und durfte im Außenbereich nicht wesentlich verändert werden, sodass nur die grünen Tore und die Fassade neu gestrichen wurden.

Momentan gibt es einen großen Craftbier-Trend, wo viele kleine Brauereien verschiedene Inhaltsstoffe probieren. Warum seid ihr diesen Trend nicht gefolgt?

Wir haben drei Sorten zur Auswahl, einmal unser Märzenbier, das Wiener Lager und das India Pale Ale. Wir wollten zeigen, dass bei den Grundzutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe geschmacklich sehr viel möglich ist. Das Märzenbier ist eher neutral, das bernsteinfarbene Wiener Lager überzeugt mit kräftigen Malzaromen und im India Pale Ale kommt der Hopfen sehr gut zur Geltung. Wir beziehen alle Zutaten aus Österreich, direkt aus dem Mühlviertel, ohne Zwischenhändler. Wir sind der Meinung, Regionalität hat auch eine sehr große Auswirkung auf die Qualität der Lebensmittel. Da wir vor der Eröffnung sehr viel experimentiert haben, haben wir gemerkt, dass man die österreichische Qualität der Zutaten schmeckt. Wir sind jetzt geschmacklich dort angelangt, wo wir sein wollten.

Welche Ideen und Vorhaben habt ihr für die Zukunft?

Wir werden zusätzlich ein Spezialbier je nach Saison anbieten, beispielsweise ein saisonales Weizen- oder Bockbier. Für viele Gäste in der Region ist unsere Brauerei mit der Terrasse ein guter Treffpunkt zum Plaudern. Wir wollen unseren Gästen aber auch eine Abwechslung im Geschmack bieten, deshalb werden wir – je nach Verfügbarkeit – Biere von anderen kleinen, regionalen Brauereien anbieten, um die Vielfalt der Region zu zeigen und somit die lokale Bierkultur zu fördern.