Gesunde Ernährung stärkt Immunsystem. Ernährungsberaterin Andrea Waser rät zu regelmäßigen Mahlzeiten und vollwertiger Kost.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 12. April 2020 (04:34)
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Ernährungsberaterin Andrea Waser sorgt zu Hause natürlich immer für gesunde und schmackhafte Mahlzeiten.
privat

Die Coronakrise stellt den Alltag vieler Menschen auf den Kopf und verändert auch das tägliche Essverhalten. Denn wer den ganzen Tag zu Hause verbringt, der neigt dazu, mehr als üblich zu essen: Der Weg zum Kühlschrank ist kurz. „Viele planen keine richtigen Pausen ein, sondern essen nun zwischendurch, das aber ständig. Dieses Phänomen nennt man ,Grazing‘ – ,Grasen‘. Meist wird gegessen, ohne hungrig zu sein, und auch das Sättigungsgefühl wird ignoriert“, sagt Ernährungsberaterin Andrea Waser.

Zudem habe die Krise dazu geführt, dass viele Menschen bei Hamsterkäufen vor allem weiße Nudeln und Fertigprodukte auf Vorrat angehäuft hätten. Aber gerade in Zeiten des Virus seien letztere kontraproduktiv. „Denn gerade jetzt ist ausgewogene Ernährung, mit viel Gemüse, Salat und Obst wichtig, um den Körper zu schützen und das Immunsystem zu stärken. Dafür brauchen wir viel Zink, Vitamin C und Eisen“, sagt Waser. Auf zuckerhaltige Lebensmittel und schlechte Fette (vor allem Transfette in Frittiertem, Backwaren, Snacks und Fertigprodukten) sollte man, so gut es geht, verzichten. Salat und Gemüse sollten etwa die Hälfte einer Mahlzeit ausmachen. Ein Viertel auf dem Teller sollte aus kohlehydratreichen Lebensmitteln bestehen (zum Beispiel Kartoffeln), das andere Viertel aus Eiweiß (Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte).

Die Ernährungsberaterin rät dazu, einen konkreten Mahlzeiten-Plan aufzustellen. Dann könne man sich durchaus für ein paar Tage mit den dafür nötigen Lebensmitteln eindecken, ohne so oft einkaufen gehen zu müssen. „Mit Struktur ist gesunde Ernährung ein Kinderspiel. Schaffen Sie sich drei geregelte Mahlzeiten – dies unterstützt sie im gesamten Alltag.“ Generell empfiehlt Waser natürlich, vollwertige Lebensmittel zu verwenden, denn Ballaststoffe tragen zum Sättigungsgefühl bei und führen damit zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels. „So sind sie länger satt und vermeiden Heißhungerattacken.“