Ärger über ungewisse Zugverbindungen im Bezirk Amstetten

Erstellt am 14. Juni 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
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Vera Puchner fährt für ihr Studium regelmäßig mit dem Zug nach Wien. Viele Abteile sind völlig überfüllt, weshalb sie – wenn möglich – zu bestimmten Zeiten fährt.
Foto: Brückner
Vermehrte Debatten über überfüllte Züge, lange Wartezeiten und Passagiere, die trotz gültiger Tickets keinen Platz bekommen.
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Es gibt viele Gründe, das Auto stehen zu lassen und die Bahn oder den Bus zu nehmen. Keine Parkplatzsuche, kein Stau, Bequemlichkeit, die ständig steigenden Spritkosten oder ein erhöhtes Umweltbewusstsein gehören zu den häufigsten genannten Motiven, warum öffentliche Verkehrsmittel bevorzugt werden. In den letzten Tagen wird vermehrt über überfüllte Züge und Busse berichtet und über Passagiere, die trotz gültiger Tickets keinen Sitzplatz erhalten. Dazu kommen Diskussionen und Ärger über Sitzplatzreservierungen, die trotz Tickets kostenpflichtig erworben werden müssen.

Unterschiede bei der Fahrradmitnahme

Vera Puchner fährt mindestens zwei Mal in der Woche für ihr Studium von Amstetten nach Wien. Seit Oktober des Vorjahres hat sie das Klimaticket und fährt sowohl mit der Westbahn, als auch mit der ÖBB. Vera versucht − wenn es, von den Vorlesungen her, irgendwie möglich ist − einen Zug am späten Vormittag zu erwischen. „Es gibt bestimmte Stoßzeiten, zu denen die Züge komplett überfüllt sind. Das kommt meistens am frühen Vormittag vor, wo auch viele Arbeiter und Pendler nach Wien fahren“, erzählt die Studentin. Ärgernisse aufgrund von Verspätungen gab es auch schon häufig. Für diese ungeplanten Wartezeiten hat sie ihre Lernsachen für die Uni parat. „Bei zwei Fahrten am Abend so gegen 19 Uhr gab es sogar die Durchsage am Bahnsteig, dass der Zug nach Wien aufgrund Überlastung in Amstetten nicht stehenbleiben kann“, berichtet sie.

Das regionale Klimaticket VOR kostet 915 Euro, im Vergleich zum Klimaticket Österreich, das um 1.095 Euro erhältlich ist. Für Senioren und Jugendliche gibt es Vergünstigungen und Kinder bis 5 Jahre fahren kostenlos. Anders sieht es aus, wenn man ein Fahrrad mit dem Zug mitnehmen möchte. Die Fahrradmitnahme wird nämlich von den Tarifpartnern unterschiedlich gehandhabt und eine generell kostenlose Mitnahmemöglichkeit ist noch nicht vorgesehen.

„Eure Zugverbindungen sind genauso schlimm, wie in Deutschland“, beschwert sich Günther Frisch aus Bayern. Eigentlich wollte er mit seinem Fahrrad am Donauradweg bis nach Wien fahren. Er schaffte es bis Melk. Dort angekommen plagten ihn schmerzhafte Krämpfe und er entschied sich, seine Reise mit dem Rad abzubrechen. In Melk hatte er zwei Ticket-Möglichkeiten: Entweder bis nach Amstetten oder bis nach St. Pölten, wo er an beiden Bahnhöfen nochmals umsteigen hätte müssen. Er entschied sich, bis nach Amstetten zu fahren. Am Automaten in Amstetten gab es dann aber keine Weiterfahrt nach Passau, seinem eigentlichen Ziel, denn von dort könnte er problemlos mit seinem 9€-Ticket nach Mühldorf fahren.

„Es ist so ärgerlich, dass es für solche Anliegen gar kein Personal mehr gibt, das direkt vor Ort angesprochen werden kann. Ich habe jetzt in dieser Bäckerei nachgefragt. Die Verkäuferin war sehr nett, nur hat sie mir ein Ticket nach Salzburg empfohlen, weil sie gemeint hat, es gäbe ab Linz keinen Zug mit einem Fahrradabteil“, erzählt Frisch leicht desorientiert und genervt.

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Thomas Wodnek aus Mauer-Öhling ist es schon gewohnt, mit Bus und Bahn zur Schule zu fahren.
Foto: Brückner

Personenkassa seit Juli 2021 eingestellt

Thomas Wodnek hat mit der Zugverbindung keine Probleme. Er ist aus Mauer-Öhling und Schüler am Stiftsgymnasium Seitenstetten. Er fährt seit drei Jahren regelmäßig mit dem Zug und dem Bus und die Strecken sind längst Gewohnheit. Man müsse nur wissen, in welches Abteil man einsteigt, wenn man zum Shoppen nach Wien oder Linz fahre. „Nur während der Pandemie waren manche Busfahrten zur Schule ziemliche Qual. Die Busse waren teilweise total überfüllt. und trotz mehrfacher Anfragen wurde kein zweiter Bus organisiert. Sogar unser Direktor hat mit dem Busunternehmen Kontakt aufgenommen. Diese haben aber gemeint, ein zusätzlicher Bus zahle sich nicht aus und mit Personalmangel gekontert“, berichtet der Schüler.

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