Auch Handel im Bezirk Amstetten fährt wieder hoch. Handelsbetriebe sind seit Montag wieder zurück im Geschäft. Drei Beispiele.

Von Peter Führer. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:58)
„Mein Lieblingszitat stammt von Pipi Langstrumpf: ‚Das habe ich noch nie versucht, daher bin ich mir sicher, dass wir es schaffen!‘ Auch wir werden diese Krise sicher meistern“, ist Daniela Wagner (links) von der Sunshine Gallery in Amstetten (am Bild mit Eva Enzinger) optimistisch.
Hudler

Seit Montag hat der Handel auch abseits der Grundversorgung wieder geöffnet. Allerdings gelten dabei strenge Regeln, etwa die FFP2-Maskenpflicht. Pro Kunde muss zudem Platz von 20 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Besonders flächenmäßig kleinere Geschäfte sind von dieser Regelung naturgemäß betroffen. Dennoch zeigt man sich gut vorbereitet.

„Blumenfee“ verkauft auch im Freien

„Wir haben eine Fläche von 60 Quadratmetern, es dürfen sich daher drei Personen im Geschäft aufhalten. Durch eine Warenpräsentation in der Mitte und eine eigene Männerecke können sich die Kunden gut im Geschäft verteilen und der vorgeschriebene Abstand kann gut eingehalten werden“, erklärt zum Beispiel Daniela Wagner von der Sunshine Gallery in Amstetten.

Auch der Juwelier Hochholzer in Amstetten war gut auf die neuen Regeln vorbereitet. Hier können fünf Kunden gleichzeitig betreut werden. „Wir haben das Glück, dass wir über den gesamten Geschäftsbereich verteilt an sieben Stellen Beratungsbereiche haben, somit können wir den Mindestabstand gut einhalten“, schildert Lisa Fuchs.

Wie der Verkauf bei Geschäften aussehen kann, die weniger als 20 Quadratmeter Fläche haben, erzählt Christine Greimel („Blumenfee“, Floristik und Deko in Aschbach). Sie hat ebenfalls seit Montag wieder geöffnet, der Verkauf findet auch im Freien statt.

Auch ihren Lieferdienst wird Greimel beibehalten. „Man muss das Beste draus machen, ich bleibe optimistisch. Ich merke, dass die Leute durch das Ende des Lockdowns sich wieder nach etwas sehnen und was Buntes wollen. Da passt es ja ganz gut, dass bald der Valentinstag ist“, weiß die Händlerin.

Kundenkontakt als wichtige Vorbereitung

Schon in den vergangenen Wochen und Monaten haben sich die Unternehmer intensiv auf die Öffnung vorbereitet. Dazu gehörte auch eine gute Kundenbetreuung während des Lockdowns.

„Dieser Kontakt, wenn auch nicht direkt im Geschäft, war die wichtigste Vorbereitung. Besonderes Augenmerk legen wir immer auf unsere Schaufenster, diese haben wir auch in den letzten Wochen neu gestaltet. Mein Mann Wolfgang Tober kümmert sich um unsere Homepage, die wir immer aktuell mit einem Auszug aus unserem Sortiment füllen und dieses Online-Schaufenster wird in den nächsten Wochen laufend erweitert“, sagt diesbezüglich Lisa Fuchs vom Juwelier Hochholzer.

In der „Sunshine Gallery“ nützte man die Zeit und stellte für die Öffnung ein buntes und passend für den nahenden Valentinstag blumiges Sortiment zusammen. Beim Hygienekonzept setzt Daniela Wagner zudem auf regionale und nachhaltige Produkte.

„In der Sunshine Gallery findet man an vielen Stellen regionale Desinfektionssprays vom Seppelbauer aus Amstetten zur Verwendung, die Türe wird offen sein, damit die regelmäßige Belüftung gewährleistet ist und natürlich kann der Kunde farbige FFP2- Masken mit handgemachten Maskenketten als praktisches und modisches Accessoire kaufen“, klärt sie auf.

Eine Herausforderung, die man annehmen müsse, sei allerdings der steigende Konkurrenzdruck durch große Online-Händler. „Ich versuche daher, mit den handgemachten und nachhaltigen Produkten der Kunsthandwerker den Kunden Leidenschaft zu vermitteln, und wieviel Freude sie dadurch weiter geben, wenn sie regional kaufen. Online kann den persönlichen Verkauf nicht ersetzen, aber wenn der Kunde zumindest regional online kauft, bleibt die Wertschöpfung in der Region“, weiß Wagner.

Für Lisa Fuchs (Juwelier Hochholzer) ist klar, dass es auch angesichts der aktuellen Krise nichts bringe, den Kopf in den Sand zu stecken. „Ich habe ein tolles Team um mich herum, das mit vollem Einsatz und viel Freude am Tun alles dazu beiträgt, dass wir die nächsten Monate genauso meistern werden wie schon die letzten Monate.“

Groß ist die Hoffnung, dass bald wieder Feiern stattfinden können. Auch bei „Blumenfee“ Christine Greimel: „Wir gestalten viele Hochzeiten. Hoffentlich kann bald zumindest im kleinen Kreise wieder gefeiert werden.“

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