Ideen für Klimaschutz gefragt. Bezirk ist Klimawandelanpassungsregion. Gemeinden und Vereine können Projekte zur Förderung einreichen. Schulen sind zum PlastikLos-Gewinnspiel eingeladen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. September 2019 (11:01)
Hudler
Bei der Vorstellung des „PlastikLos“-Gewinnspiels in der Mittelschule Aschbach: Direktorin Cornelia Wagner-Sturm, Dominik Illich, Projektleiterin Birgit Baier, Thomas Weitz, gda-Obmann Anton Kasser, Laura Ruckensteiner und Niklas Gugler.

Der Bezirk Amstetten ist neuerdings KLAR-Region (Klimawandelanpassungsregion): Ziel ist es, rechtzeitig den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen und somit die hohe Lebensqualität sicherzustellen. Aufgrund seiner Größe ist der Bezirk in eine KLAR-Region Nord und eine KLAR-Region Süd gesplittet. „Wir laden Gemeinden, aber auch Initiativen und Vereine ein, Projekte einzubringen, wie man auf den Klimawandel reagieren kann und soll“, sagt Projektbetreuerin Magdalena Danner vom Gemeindedienstleistungsverband (gda).

Die mögliche Palette reicht von Grüninseln, über Trinkwasserbrunnen, die Begrünung von Bauten bis hin zur Schaffung von trockenresistenten Blühstreifen und der Pflanzung hitzeresistenter Obstbäume. „Da wir insgesamt für die Region nur rund 240.000 Euro Fördergeld zur Verfügung haben, geht es um kleinere Projekte, die vor allem auch der Bewusstseinsbildung dienen sollen“, betont Danner.

gda-Obmann Anton Kasser denkt in seiner Gemeinde etwa an die Schaffung eines intelligenten Regenwassermanagements (draingarden) auf neuen Baugründen. „Ziel muss es sein, dass nach der Bebauung nicht mehr Oberflächenwasser in den Kanal fließt als vorher. Das lässt sich mit Gründächern aber auch durch Rabatte mit einem speziellen wasserhaltenden Substrat erreichen.“

44 KLAR-Regionen in ganz Österreich

Insgesamt gibt es in Österreich inzwischen 44 KLAR-Regionen. 20 schon seit 2016. „Wir starten nun beim zweiten Aufruf. Bis Dezember verfassen wir ein Konzept mit etwa zehn Umsetzungsmaßnahmen pro Region. Eine Jury wird diese dann bewerten. Im März 2020 fällt die Entscheidung, was umgesetzt werden kann“, sagt Danner.

Auf Bewusstseinsbildung setzt der gda übrigens auch in Sachen Plastikvermeidung. Seit einigen Monaten gibt es ja die gda-App PlastikLos. „Dort können die Bürger Ideen und Anregungen einbringen. Wenn jemand ein plastikloses Produkt findet, kann er einfach ein Foto davon posten und damit andere Leute darauf aufmerksam machen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer.

 

Um die App noch bekannter zu machen, hofft man jetzt auf den Multiplikator Schule. „Wir könnten natürlich auf Werbemaßnahmen auf facebook setzen, aber wir wollen lieber, dass das Geld in der Region bleibt. Und deshalb haben wir die Aktion „Werde PlastikLos“ für Schulen gestartet“, sagt Lindorfer.

Schüler sind aufgefordert, sich auf die Suche nach Alternativen für Plastik zu machen. Die Schulklassen mit den meisten Postings in der PlastikLos-App werden mit Preisen belohnt. Den Siegern winken ein Klassenausflug und Holzsonnenbrillen.

„Wie genau die Aktion funktioniert, erfahren die Lehrer und Schüler in Unterlagen, die wir in den Schulen verteilen. Wir haben aber auch die Umweltgemeinderäte gebeten, die Aktion bekanntzumachen“, erklärt Projektbetreuerin Birgit Baier. Es können auch Verwandte und Bekannte der Schüler Ideen einbringen und damit deren Klasse unterstützen. Nähere Infos gibt es auf der gda-Homepage, wo man die PlastikLos-App auch downloaden kann.