Naherholung an der Url. Die Arbeiten am Renaturierungsprojekt sind angelaufen. Auch Baugrund für neuen Sparmarkt entsteht.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 26. Juli 2020 (04:03)
Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer am Renaturierungsprojekt bei der Url. Zwischen der Burgnerbrücke und der Sengstbratlbrücke wird das Gelände abgesenkt und der Fluss begehbar gemacht.
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Das Renaturierungsprojekt an der Url zwischen der Burgnerbrücke und der Sengstbratlbrücke ist gestartet. „Wir schlagen damit drei Fliegen mit einer Klappe. Wir verbessern den ökologischen Zustand der Url und schaffen ein Naherholungsgebiet, wir erreichen absolute Hochwassersicherheit für die Siedlung Unterm Kirchberg und wir gewinnen Bauland in zentraler Lage für einen Sparmarkt“, sagt Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer.

Vorerst wird entlang der L6208 ein provisorischer Hochwasserdamm aufgeschüttet, sodass die Siedlung Unterm Kirchberg auch während der Bauzeit vor Überflutungen geschützt ist. Das Material für den Damm wird vor Ort abgegraben. Es ist ja ohnehin Teil des Projekts, das Gelände abzusenken, um die Url für die Bevölkerung fußläufig erreichbar zu machen. Der Fluss soll in diesem Bereich auch einen Mäander bekommen und es sollen Schotter- und Sandbänke entstehen von denen aus man die Füße ins Wasser stecken kann.

„Wir haben auch eine ökologische Bauaufsicht, die darauf achtet, das so viele Pflanzen und Bäume wie möglich erhalten bleiben und natürlich auch Muscheln, die sich im Fluss befinden. Bäume, die gefällt werden müssen, werden per Tieflader nach Seitenstetten transportiert und dort als Totholz in ein Urlrevitalisierungsprojekt eingebracht“, berichtet Hinterholzer.

Gelände für einen neuen Sparmarkt

Mit Aushubmaterial des Landschaftsprojekts wird auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Mulde zwischen der L6208 und der Siedlung „Unterm Kirchenberg“ aufgeschüttet. „Das Material wird lagenweise verdichtet und mit Kalk stabilisiert. Auf dem Gelände soll ja nächstes Jahr dann ein neuer Sparmarkt errichtet werden“, erklärt Hinterholzer.

Die Landstraße L6208 wird im Zuge des Projekts um einen Meter erhöht. „Dazu werden zuerst an beiden Fahrbahnseiten Mauern (Steinschlichtungen und Beton) aufgezogen und diese dann befüllt. Auf diese Weise wird die Straße zum natürlichen Damm“, berichtet die Bürgermeisterin. Geplant ist auch ein neuer Radweg, der von der Burgnerbrücke bis zum Spar führen soll. Bei der Sengstbratlbrücke wird ein bestehender Gehweg höhenmäßig angepasst und auf 2,5 Meter verbreitert.

Das Gesamtprojekt wird insgesamt rund eine Million Euro verschlingen. Die Kosten für die Urlrevitalisierung wird zu 50 Prozent der Landschaftsfonds übernehmen, in die Hochwasserschutzmaßnahmen fließen auch Eigenleistungen der Abteilung Wasserbau des Landes. Die Landesstraße wird von der Straßenbauabteilung des Landes errichtet, die Gemeinde muss aber die Gehsteige finanzieren.

Die Eröffnung des neuen Sparmarkts ist für Herbst 2021 geplant.