Debatte um Parktickets in Amstetten. ÖVP will 30-Minuten-Parktickets verbilligt an Geschäfte abgeben. Diese sollen sie ab einem gewissen Einkaufswert an Kunden verteilen – als Anreiz wiederzukommen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 02. April 2019 (04:00)
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Im Gespräch mit dem Waidhofner Bürgermeister Werner Krammer (3.v.l.) und Gemeinderat Christoph Dahdal (2.v.l.) informierten sich Vizebürgermeister Dieter Funke, Stadtrat Andreas Gruber und Gemeinderätin Martina Wadl über das System der ermäßigten Parkscheine in der Ybbstalmetropole.
ÖVP

Die Volkspartei fordert erneut, den Innenstadtgeschäften vergünstigte 30-Minuten-Parktickets zur Weitergabe an ihre Kunden anzubieten. „Andere Städte machen das ja schon, Waidhofen zum Beispiel. Dort kommt die Aktion auch sehr gut an“, sagt VP-Gemeindeparteiobmann Andreas Gruber.

Die Idee ist, dass die Geschäftsleute die 30-Minuten-parkscheine statt um 50 zum Beispiel um 30 Cent erwerben können. „Ab einem gewissen Einkaufswert, den sie selbst festlegen, können sie diese dann kostenlos an ihre Kunden weitergeben – als Zuckerl und als Anreiz bald wieder in der Innenstadt einzukaufen“, erklärt Gruber.

Gruber: "Zur Belebung des Zentrums"

Das trage zur Belebung des Zentrums bei und daher könne sich auch die Stadt das etwas kosten lassen. „Wir sehen das als Wirtschaftsförderung und wollen das im Budget auch so deklarieren. Da uns ja von der Rathausmehrheit ständig gesagt wird, wie gut Amstetten finanziell dasteht, haben wir sicher die nötigen finanziellen Ressourcen dafür“, erklärt der VP-Politiker.

Aus Sicht der SPÖ greift die Ausgabe vergünstigter Parktickets an Unternehmen in der Innenstadt zu kurz und könnte zudem das allgemeine Gerechtigkeitsempfinden stören. „Schon jetzt stellt der Kauf von Parktickets an Unternehmen eine Betriebsausgabe dar und ist daher steuerlich absetzbar. Eine begünstigte Weitergabe von Parkscheinen an Kunden könnte zudem bei vielen Amstettnern die Frage aufkommen lassen, warum sie nicht gleichbehandelt werden“, fürchtet Wirtschaftsstadtrat Helfried Blutsch.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner weist zudem darauf hin, dass die Stadt in den letzten Jahren ja bereits viele Maßnahmen in Sachen Parken gesetzt habe. „Seit Frühjahr 2017 ist jeder erste Samstag im Monat gebührenfrei, damit sind wir einem Anliegen der Kaufmannschaft nachgekommen.

Auch die vier Samstage im Advent sind von der Gebührenpflicht ausgenommen. Und schon im April 2016 haben wir auf den Schrankenparkplätzen Alte Zeile und Mantzos die Möglichkeit des Gratisparkens für 60 Minuten eingeführt.“ Sie sehe daher, so die Stadtchefin, derzeit keine Notwendigkeit, Parkscheine vergünstigt an Unternehmen abzugeben.

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