Donauradweg: Lückenschluss in Wallsee bald fertig. 900 Meter langes Teilstück in Wallsee ist bald fertig. Route ist damit künftig noch sicherer.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 25. Oktober 2016 (05:59)
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Am fast schon fertigen Teilstück des Donauradwegs: Radweg-Gemeinderat Karl Huber, Verkehrsgemeinderat Karl Haselmyar, Bürgermeister Johann Bachinger und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer.
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Der Donauradweg ist einer der beliebtesten Radfernwege Europas. Pro Jahr sind rund 425.000 Radler darauf unterwegs, viele von ihnen natürlich auch im Bezirk Amstetten.

In der Gemeinde Wallsee wurde jetzt ein wichtiger Schritt zur Optimierung der Route entlang der Donau gesetzt. Von der Einfahrt zur ehemaligen Rollfähre bis zur Kläranlage hat man entlang der Landesstraße L 6088 einen völlig neuen Radweg geschaffen.

Hinterholzer: „Weitere Gefahrenstelle beseitigt“

„Damit haben wir einen wichtigen Lückenschluss vollzogen. Der Donauradweg verläuft nun im ganzen Gemeindegebiet auf einer eigenen von der Straße abgegrenzten Trasse. Gerade für Familien mit kleineren Kindern ist das natürlich ein Quantensprung“, sagt Bürgermeister Johann Bachinger.

Die Gemeinde hat mit rund zehn Grundbesitzern verhandelt, um das für den Radweg nötige Areal zu bekommen. Dass es ohnehin im Hochwassergebiet liegt, aus dem Häuser abgesiedelt wurden, erleichterte die Sache.

Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer freut sich, dass im Rahmen der „Radroutenoptimierung in Niederösterreich eine weitere Gefahrenstelle beseitigt wurde.“

Zwei Drittel der Kosten aus Regionalförderung

Rund 65.000 Euro haben die Arbeiten in Wallsee gekostet. Zwei Drittel davon kamen aus dem Topf der Regionalförderung. Insgesamt wurden und werden am Radweg bis 2019 1,9 Millionen Euro verbaut. Projekte gab und gibt es auch in Ennsdorf, Melk, Langenrohr und Korneuburg.

Für die Gemeinde Wallsee ist der Radweg natürlich ein touristischer Glücksfall, von dem vor allem auch die Gastronomie profitiert. „Denn wir wissen, dass auf dem Donauradweg Leute unterwegs sind, die sich nicht nur sportlich betätigen, sondern sich auch etwas gönnen. Der Nächtigungsgast lässt durchschnittlich 77 Euro in der Region, der Tagesausflügler immerhin 29 Euro“, berichtet Hinterholzer.

Grundstück für freien Zugang zur Donau

In der Gemeinde Wallsee wird ja auch nach wie vor an der Schaffung eines Römermuseums unterhalb der Lebens- und Arbeitswelt (für Gehörlose und Taubblinde) gearbeitet. Auf dem Grundstück wurden vor Beginn der Bauarbeiten ja die Reste eines im vierten Jahrhundert errichteten Römerkastells entdeckt. Teile davon sollen im Museum zu sehen sein, ebenso zahlreiche archäologisch wertvolle Funde aus der damaligen Zeit: Grabsteininschriften, Skulpturen, Gebrauchsgegenstände. Das wäre natürlich ein zusätzlicher Anreiz für Radfahrer in den Ort einzubiegen.

Die Gemeinde Wallsee hat sich übrigens auch ein rund 6.000 Quadratmeter großes Grundstück (Standort der ehemaligen Brandner-Werkstätte) an der Donau gesichert. „Wir haben mit dem Verbund eine sehr gute Gesprächsbasis, darum ist das gelungen. Mit diesem Areal haben wir künftig als Gemeinde freien Zugang zur Donau – notfalls auch mit schwerem Gerät“, sagt Bürgermeister Johann Bachinger.

In den letzten Monaten wurden in Wallsee auch Gespräche über eine mögliche touristische Öffnung des Schlosses (eventuell auch im Rahmen einer Landesausstellung) geführt. Damit ist vorläufig aber nicht zu rechnen. Von 1897 bis 1924 lebte im Schloss Marie Valerie, die jüngste Tochter von Kaiser Franz Joseph. Das Anwesen ist noch heute in Familienbesitz.