Amstettner überlebte Corona knapp: „Mein zweiter Geburtstag“

Erstellt am 30. März 2022 | 03:04
Lesezeit: 3 Min
Gerhard Gruber
Gerhard Gruber feierte am 2. Jänner seinen zweiten Geburtstag. Inzwischen hat er sich weitgehend von seiner Corona-Erkrankung erholt.
Foto: privat
Gerhard Gruber (47) überlebte seine Corona-Erkrankung nur knapp und dankt dem Personal des Amstettner Spitals.
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„Heute kann ich wieder meiner Arbeit nachgehen und für meine Familie da sein“, sagt der 47-jährige Amstettner Gerhard Gruber und lächelt erleichtert. Dass es ihm wieder gut geht, verdankt er den Ärzten und dem Pflegepersonal der Intensivstation des Landeskrankenhauses Amstetten. „Denn sie haben mir geholfen, meine Corona-Erkrankung zu überstehen und mir einen Neubeginn geschenkt“, berichtet der gebürtige Strengberger.

Am 9. Dezember des Vorjahres stand die Welt für Gruber einen Moment still, als die Ärzte im Landesklinikum Amstetten ihm mitteilten, dass er an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden müsse. Dabei schien seine Corona-Erkrankung anfangs gar nicht so schlimm zu sein. „Der Test hat angeschlagen und daraufhin war ich in Quarantäne“, berichtet Gruber. Ein paar Tage später bemerkte seine Ehefrau, dass sich einige Symptome wie Atemnot zeigten. Daraufhin ging er ins Landesklinikum Amstetten, wo er bereits am selben Abend auf die Intensivstation verlegt wurde. „Zuerst wurde versucht, meine Blutwerte mit einer Sauerstofftherapie zu verbessern, aber leider schlug das nicht an und daher musste ich in den Tiefschlaf versetzt werden“, erzählte der 47-Jährige weiter.

Halbe Stunde zum Verabschieden

Besonders die Minuten davor waren für ihn sehr emotional. „Mir blieb knapp eine halbe Stunde, um meine Frau und unsere Tochter, meine Eltern und die engsten Freunde zu informieren und mich gewissermaßen zu verabschieden. Es ist alles schnell gegangen und es blieb kaum Zeit, die Situation zu realisieren“, sagt Gruber.

24 Tage lag er im Tiefschlaf und sein Leben in den Händen der Ärzte und Schwestern der Intensivstation. Beim dritten Versuch, ihn aufzuwecken, erwachte er am 2. Jänner. „Das war mein zweiter Geburtstag. Im ersten Moment habe ich nur ein helles Licht gesehen, was aber damit zu tun hatte, dass die Deckenleuchte genau über meinem Bett war“, lacht Gruber. „Die Tage danach waren hart. Meine Muskeln haben so abgebaut, dass ich nicht einmal mein Handy halten konnte, um meiner Frau zu schreiben“, erinnert sich der Familienvater. Auch die Kommunikation war zu Beginn noch sehr eingeschränkt, da ein Luftröhrenschnitt vorgenommen werden musste und somit erst mal die Stimme weg war. Acht Tage nach dem Wiedererwachen konnten endlich alle Schläuche entfernt werden und bereits wenige Tage später übersiedelte Gruber ins Klinikum in Mauer zur Rehabilitation – um mit der Rückkehr ins „normale“ Leben zu beginnen. „Natürlich war es sehr schwer, da man immer alles sofort will, aber zu Beginn war schon ein simples Aufsetzen oder einfach zu stehen das Ziel“, berichtet Gruber.

Als schönsten Augenblick beschreibt er nachträglich das Wiedersehen mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter Sophie. „Es war ein unglaublicher Moment, den ich nie vergessen werde.“ Besonders das kleine Mädchen hat der ganzen Familie in dieser schwierigen Zeit Kraft gegeben und immer daran festgehalten, dass ihr Papa bald wieder zurückkommen wird.

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