Nach schwerem Unfall: „Einmal für Österreich fahren“. Mit 18 hatte Christoph Dieminger einen schweren Unfall. Paracycling gab ihm neuen Lebensmut.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. Oktober 2018 (06:57)
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Christoph Diminger mit Bürgermeister Josef Unterberger. Foto: Knapp
Hermann Knapp

Vor zehn Jahren wurde Christoph Dieminger in Korneuburg von einem Auto erfasst und schwer verletzt. „Ich habe zehn Wochen im Tiefschlaf gelegen und als ich dann aufgewacht bin, war ich halbseitig gelähmt“, berichtet der jetzt 28-Jährige.

Mehrere Jahre verbrachte er auf Rehabilitation in Meidling. Doch Dieminger ist ein Kämpfer. Mit eisernem Willen rang er gegen Verzweiflung und Schmerzen und erlangte einen Teil seiner Bewegungsfähigkeit zurück. „Man muss einfach wollen, auch wenn es wehtut.“

Radfahren gab ihm neuen Lebensmut

Arbeitsfähig ist der Junge Mann aber nicht mehr und daher nun in Invalidenpension. „Ich musste mir ein neues Ziel stecken, denn sonst wäre mir zuhause die Decke auf den Kopf gefallen“, sagt Dieminger. Er fand auch etwas, was ihm Freude macht: Radfahren!

Zwei Jahre lang hat er auf einem Elektrorad die Bewegungsfähigkeit seines rechten Beines gesteigert und Muskeln aufgebaut, dann war er soweit, ohne Antriebshilfe fahren zu können. Dafür ließ er sich ein eigenes (Drei-)Rad bauen. „Das war teuer, da hätte man schon ein Auto darum bekommen. Es hat mich alle meine Ersparnisse gekostet und auch meine Eltern haben mitgeholfen“, berichtet der Wolfsbacher. Der Aufwand hat sich aber ausgezahlt. Allein im Vorjahr hat Dieminger rund 14.000 Trainingskilometer zurückgelegt.

Wöchentlich sitzt er mindestens 13 Stunden auf seinem Rad, heuer werden es fast noch mehr. Christophs Eifer wurde auch schon belohnt. Denn er war heuer bereits erfolgreich im Paracycling-Europacup und -Weltcup unterwegs. In Attnang-Puchheim stand der Wolfsbacher, der für das Rad Team Ginner antritt, heuer als Dritter erstmals auf dem Stockerl. Beim Weltcup in Prag errang er in einem kleinen aber feinen Starterfeld einen fünften Platz.

„Möchte für Österreich bei einer WM starten“

Nächstes Jahr will der Wolfsbacher Paracycler noch aktiver im Eurocupacup mitmischen. Aber das ist natürlich auch eine Frage des Geldes. „Ich werde zwar vom Verein unterstützt, doch für den Großteil der Kosten muss ich doch selbst aufkommen. Ich erhalte monatlich 400 Euro Invalidenpension, da ist es schwierig, sich Reisen zu Rennen in anderen Ländern zu finanzieren“, sagt der Wolfsbacher.

Die Gemeinde hat ihn heuer mit einer kleinen Subvention unterstützt. „Wir helfen im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne. Ich finde es bewundernswert, wie Christoph sein Leben meistert. An seiner Energie und seiner Willensstärke kann man sich ein Beispiel nehmen“, sagt Bürgermeister Josef Unterberger. Christoph Dieminger hofft, noch weitere Sponsoren zu finden, denn er hat ein ganz großes Ziel vor Augen. „Mein Traum wäre es, einmal für Österreich bei einer Europameisterschaft oder bei einer Weltmeisterschaft starten zu können!“