Umdasch Doka beendet mit Ende September Kurzarbeit. Im Februar war man bei der Doka GMBH noch von einem Wachstum im heurigen Jahr ausgegangen. Dann kamen Corona und der Shutdown. Und so verwandelte sich das erhoffte Wachstum in ein sattes Minus. "Wir wissen mittlerweile, dass wir das Umsatzniveau 2019 über einen längeren Zeitraum nicht mehr erreichen werden", sagt Doka-CEO Harald Ziebula. Die Doka beendet daher die Kurzarbeit, wird dafür aber Restrukturierungsmaßnahmen durchführen und auch Personal abbauen. Bis zu 300 Mitarbeiter dürften betroffen sein.

Von Hermann Knapp. Update am 16. September 2020 (18:37)
Die Doka GmbH bekommt den Umsatzeinbruch durch das Coronavirus stark zu spüren. Das Unternehmen plant Restrukturierungsmaßnahmen und den Abbau von 300 Mitarbeitern.
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Zwar läuft das Geschäft in Europa, Amerika und auch Kanada nach wie vor gut, vor allem die Märkte des Mittleren Ostens, Asiens und Lateinamerikas sind aber stark von der Coronakrise betroffen - und das voraussichtlich weit über 2021 hinaus, heißt es in einer Stellungnahme der Doka-Amstetten. In fast allen Ländern Südamerikas stünden große Baustellen seit Monaten still, ähnlich sei die Lage in Metropolen wie Singapur und in Ländern wie Malaysien oder Indien, wo der Corona-Höhepunkt zudem noch gar nicht erreicht sei.

"Wir haben die Lage über alle Doka-Landesgesellschaften hinweg intensiv evaluiert und es zeichnet sich deutlich ein reduzierter Schalungsbedarf für das laufende aber auch für das Jahr 2021 ab", sagt CEO Harald Ziebula. Das sei auch der Grund dafür, warum man sich entschieden habe, die Kurzarbeit bei Doka mit Ende September zu beenden. "Denn diese ist ein Überbrückungsinstrument. Um sie weiter fortzusetzen ist der Horizont, den wir sehen, zu weit weg. Es erscheint uns sowohl den Mitarbeitern als auch der öffentlichen Hand gegenüber nicht aufrichtig, dieses Instrument weiterhin in Anspruch zu nehmen. Für viele unserer Mitarbeiter ist auch der Einkommensverlust nicht über einen längeren Zeitraum zumutbar", erklärt Ziebula.

Noch keine offiziellen Zahlen

Eine offizielle Zahl, wie viele Stellen abgebaut werden sollen, gibt es vom Unternehmen zwar nicht, doch sollen es etwa 300 sein. Zum einen hofft man auf eine Reduktion des Personalstandes durch natürliche Abgänge, vorzeitige Ruhestände und freiwillige Austritte, es wird aber auch zu "Freisetzungen" kommen.

"Für die betroffenen MItarbeiter wird es entsprechende Angebote geben. Mit den Betriebsräten wir derzeit über die Rahmenbedingungen verhandelt. Wir arbeiten intensiv daran, die Doka nach den schwierigen Monaten, die hinter uns liegen und denen, die wir noch vor uns haben, bald wieder auf die Vor-Corona-Erfolgsspur zu bringen", sagt der CEO.

Es soll auch nicht nur in Amstetten mit seinen rund 2.200 Beschäftigten Restrukturierungsmaßnahmen geben, sondern ebenso in den betroffenen Regionen und Ländern. 

Angestellten-Betriebssratsvorsitzender Andreas Schauer (FCG) bedauert, die Entscheidung der Geschäftsleitung. "Unsere Forderung, mit einer Verlängerung der Kurzarbeit Fachkräfte und somit Know-how zu halten und sechs Monate mehr Zeit und Fakten über die wirtschaftliche Entwicklung zu haben, wurde von der Unternehmensführung leider nicht angenommen."

Der Betriebsrat, so Schauer, werde nun aber mit der Geschäftsleitung einen Sozialplan erarbeiten, um soziale Härtefälle möglichst auszuschließen. "Ebenso fordern wir eine Arbeitsstiftung und einen Weiterbildungsfonds die es den Betroffenen ermöglichen, Ausbildungen und Umschulungen zu absolvieren.

"Ich kämpfe noch dafür, dass wir die Kurzarbeit verlängern"Arbeiter-Betriebsratsvorsitzenden Josef Steinböck

Für Arbeiter-Betriebsratsvorsitzenden Josef Steinböck ist allerdings in der causa allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen. "Ich kämpfe noch dafür, dass wir die Kurzarbeit verlängern. Keiner weiß jetzt, wer gehen muss, und die Betroffenen erfahren es womöglich erst im Oktober oder November." Es stimme zwar, so Steinböck, dass der Einkommensverlust durch die Kurzarbeit die Mitarbeiter schmerze. "Aber wenn es darum geht, sie gegen den Verlust des Arbeitsplatzes zu tauschen, dann wird das wohl jeder gerne tun!"

Und der Arbeiterbetriebsrat betonte gegenüber der NÖN am Mittwochabend in einem Telefonat nochmals ausdrücklich: „Wir produzieren da Arbeitslose unter dem Christbaum.“

Steinböck verweist auch auf ein Vorsorgekonto auf das in arbeitsreichen Monaten Zeit angespart worden sei. "Das haben wir ja gemacht um schlechte Phasen zu überbrücken und das sollten wir jetzt in Anspruch nehmen." 

Die 300 betroffenen Mitarbeiter dürften je zur Hälfte aus dem Angestellten- und Arbeiterbereich kommen.

Die umdasch The Store Makers Management GmbH beendet die Kurzarbeit ebenfalls mit Ende September und kann durch natürliche Abgänge die vorhandenen Personalressourcen auslasten. 

Die umdasch The Store Makers Amstetten GmbH die auch mit einem massivem Umsatzrückgang kämpft,  wird  die Phase III der Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Einen Personalabbau soll es dort, laut Unternehmensleitung, danach aber nicht geben.