Auch bei Amstettens Caritas sind 17 Stellen offen. Nicht nur beim Hilfswerk werden Pflegekräfte gesucht, auch bei der Caritas gibt es Personalbedarf. Die Volkshilfe setzt auf eigene Heimhelferkurse.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 06. März 2018 (05:08)
BilderBox.com, Erwin Wodicka
Symbolbild

Wie bereits in der Vorwoche berichtet, gibt es an den vier Hilfswerk-Stationen im Bezirk elf offene Stellen im Bereich der Pflegedienstleistung. Auf Nachfrage der NÖN hat sich nun herausgestellt, dass nicht nur das Hilfswerk einen Personalmangel hat.

„Liegt aber auch in der Natur der Arbeit mit Menschen“

Auch bei der Caritas gibt es im Bezirk Amstetten Personalbedarf: „Insgesamt gibt es derzeit 17 offene Stellen im Bezirk. Der Pflegebedarf ist in der letzten Zeit, vor allem im Jänner, stark gestiegen. Warum können wir uns selbst noch nicht genau erklären. Es liegt aber auch in der Natur der Arbeit mit Menschen, dass es immer wieder zu Schwankungen kommt“, sagt Markus Lurger, Regionalleiter der Caritas Mostviertel West. Gesucht wird dabei in allen Pflegeberufsgruppen, von der Heimhilfe bis zur Diplomkrankenschwester.

Wie dieser Personalmangel zustande gekommen ist, kann sich Lurger auch erklären: „Hauskrankenpfleger sind großteils weiblich und arbeiten meistens Teilzeit, verdienen weniger als stationäre Pflegekräfte und sind beim Hausbesuch zudem auf sich alleine gestellt. Das sind nur einige der Gründe, warum die Hauskrankenpflege als Königsdisziplin im Pflegebereich gilt.“

Dem kann auch die ehrenamtliche Vorsitzende der Volkshilfe Amstetten, Ulrike Königsberger-Ludwig zu einem gewissen Grad zustimmen. Bei der Volkshilfe gebe es zwar keinen Personalmangel, weil die eigens veranstalteten Heimhelferkurse den Einstieg für die Absolventen erleichtern, es bestehe aber dennoch Handlungsbedarf.

„Wegen der fixen Besuchszeiten ist ein Umstieg auf Vollzeit für Hauskrankenpfleger nicht möglich. Wenn man dann beispielsweise auch noch Alleinverdiener ist, kann man von der Bezahlung nicht leben. Da muss auf politischer und öffentlicher Ebene das Gehaltsschema noch einmal überdacht werden.“

Das Berufsbild des Hauskrankenpflegers beinhaltet aber auch einige Vorteile, darunter unter anderem die flexible und selbstständige Arbeitseinteilung, das Dienstauto, das je nach Vereinbarung auch privat genutzt werden kann, der Kontakt zu anderen Menschen oder aber auch die ständige Abwechslung im Berufsalltag.

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