Willkommen Mensch in Amstetten: „Guter Wille gefragt“. 400 Flüchtlinge hat Initiative bisher betreut. Schwerpunkt liegt nun auf Integration durch Begegnung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 28. November 2017 (04:13)
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Die Initiative Willkommen Mensch wurde Anfang Februar 2015 gegründet. „Ziel war es natürlich, geflüchtete Menschen, die in Amstetten eine neue Heimat gefunden haben, Starthilfe zu geben.

Aufgabenstellung hat sich etwas verändert

Mehr als 100 Freiwillige haben unzählige Sachspenden vom Fahrrad, über den Kinderwagen bis zu Möbeln gesammelt und verteilt, Deutschkurse gehalten und Lernhilfe gegeben, bei Arzt- und Behördenwegen geholfen, Freizeitaktivitäten im sportlichen und kulturellen Bereich organisiert und Patenschaften für rund 60 Familien übernommen“, berichtet Christian Köstler von der Pfarrcaritas. Insgesamt wurden mehr als 400 Personen, überwiegend asylberechtigte Familien, unterstützt und begleitet.

Inzwischen hat sich die Aufgabenstellung der Initiative etwas verändert. Die unmittelbaren Probleme nach der Ankunft der Flüchtlinge (Quartier etc.) sind gelöst. „Wir versuchen daher, stärker im Sinne der Integration Begegnungs- und Bildungsmöglichkeiten zu schaffen. Bewährt hat sich hier besonders das Bildungskaffee, das wir gemeinsam mit der Stadt veranstalten. Hier wird über wichtige Themen informiert, in nächster Zeit stehen Besuche beim Roten Kreuz und bei der Feuerwehr auf dem Programm“, berichtet Köstler.

Kochkurse als Chance zur Begegnung

Eine gute und unkomplizierte Möglichkeit zur Begegnung bieten auch die laufenden Kochkurse, wo Flüchtlinge die kulinarischen Köstlichkeiten ihrer Heimat vorstellen.

Inzwischen helfen Flüchtlinge auch selbst aktiv bei Willkommen Mensch mit – als Dolmetscher, bei Möbeltransporten und manche sogar als Deutschlehrer. Erfreulich ist: In den letzten Monaten gelang es Familienvätern leichter, Arbeit oder zumindest ein Praktikum zu finden.

Enttäuschung, so Köstler, gäbe es bei vielen Helfern über den gesellschaftlichen Stimmungswandel und besonders über die Entwicklungen der Politik, die teilweise die Erfolge und Bemühungen ihres freiwilligen Engagements durch neue Gesetze erschwerten oder verhinderten.

„Wir haben vieles erreicht, es braucht aber nach wie vor viel Engagement und guten Willen auf beiden Seiten, vor allem Menschen, die aufeinander zugehen. Dafür bietet sich uns aber die Chance, eine vielfältigere Gesellschaft zu werden“, sagt Köstler.