Mauer: Neuer Campus ist fast fertig

Erstellt am 26. Januar 2022 | 04:04
Lesezeit: 3 Min
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Gabriele Polanezky und Michaela Hinterholzer vor einem der sanierten Pavillons des neuen Bildungscampus in Mauer.
Foto: Knapp
Pflegeschulen der Region werden im Juli in Mauer konzentriert. Land bietet Schülern finanzielle Ausbildungsanreize.
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Die Errichtung des Bildungscampus für Pflegeberufe am Gelände des Landesklinikums Mauer biegt in die Zielgerade ein. Im Juli soll er den Betrieb aufnehmen. Dann wird auch die Pflegeschule aus Amstetten dorthin übersiedeln, jene aus Scheibbs wurde ja schon verlegt. „Am Gelände des Landesklinikums entsteht somit die zentrale Ausbildungsstelle für Pflegeberufe im westlichen Niederösterreich“, hebt Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer (ÖVP) den Stellenwert der Einrichtung hervor.

Rund 16,5 Millionen Euro wurden in die Sanierung der vier Jugendstilpavillons gesteckt, die künftig den Bildungscampus bilden. „Angeboten werden in Mauer die einjährige Ausbildung zur Pflegeassistenz und die zweijährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz sowie Sonderausbildungen“, berichtet Gabriele Polanezky, Geschäftsführerin der Gesundheit Mostviertel GmbH.

Wie dringend der Pflegecampus gebraucht wird, zeigt eine Studie, die die Karl Landsteiner-Privatuniversität im Auftrag des Landes erstellt hat. „Daraus geht hervor, dass bis zum Jahr 2030 in Niederösterreich rund 9.500 zusätzliche Mitarbeiter (derzeit insgesamt 26.000) im Bereich Pflege und Betreuung benötigt werden“, berichtet Hinterholzer. Das sei umso dramatischer, weil es jetzt schon zu wenig Personal gäbe – sowohl im stationären Bereich als auch bei den mobilen Diensten. „Wir können derzeit nicht alle Anfragen unserer Kunden erfüllen“, sagt die NÖ-Hilfswerk-Präsidentin.

Heuer gibt es im Land 2.200 Ausbildungsplätze im Pflegebereich. In Amstetten startet im März ein neuer Turnus mit 48 Plätzen. Bis 14. Februar besteht noch die Möglichkeit, sich zu bewerben. Im Vorjahr blieben niederösterreichweit rund 20 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt, daher bietet das Land den potenziellen Anwärtern nun neue Anreize. So wurde zum Beispiel die Einführung eines Prämiensystems beschlossen. Alle, die die Ausbildung zum Pflegeassistenten, zum Pflegefachassistenten oder auch einen dreijährigen Fachhochschullehrgang absolvieren, bekommen monatlich 420 Euro Prämie. Außerdem übernimmt das Land anfallende Studien- und Schulgebühren für Personen, die Pflegeberufe anstreben. Bedingung ist, dass die ausgebildeten Pflegekräfte anschließend zumindest so lange in Niederösterreich arbeiten, wie ihre Ausbildung gedauert hat. Hinterholzer nimmt auch den Bund in die Pflicht. „Es wäre höchste Zeit für eine Pflegereform, speziell durch Weiterentwicklung der sozialversicherungsrechtlichen Absicherung von pflegenden Angehörigen. Ich halte es auch für nötig, dass Pflegefachassistenten mehr Kompetenzen erhalten.“

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