Umwidmung? Debatte um Waldstück in Neuhofen. Private Grundeigentümer möchten einen Waldgrund zu Bauland umwidmen lassen. Eine Initiative will den Wald schützen und macht gegen das Projekt mobil.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 07. August 2018 (03:49)
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Dieser Wald in Perbersdorf soll in Zukunft Platz für 20 Einfamilienhäuser bieten. Ob aus diesen Plänen etwas wird, steht allerdings noch nicht fest.

Wegen des Antrags zur Umwidmung eines Waldgrundstücks gehen in Neuhofen/Ybbs seit der Vorwoche die Wogen hoch.

Die Gemeinde stellte vor Kurzem Pläne vor, laut denen ein privates Waldgrundstück in Perbersdorf verkauft und in Bauland umgewidmet werden soll. Später sollen auf diesem ungefähr zweieinhalb Hektar großen Gebiet 20 Einfamilienhäuser errichtet werden.

„Einen Wald umwidmen zu lassen, sollte eigentlich ein Tabu sein“

Anrainer riefen daraufhin die Initiative „Waldstraße ohne Wald“ ins Leben. Sie möchten den Wald als Naherholungsgebiet erhalten und eine Rodung verhindern. Der Gruppe haben sich bisher acht Haushalte angeschlossen.

„Dass unser Wald als Erholungsgebiet, Lärmschutz, Klimaschutz und Schutzzone für Wildtiere für Bauland gerodet werden soll, werden wir nicht einfach so hinnehmen. Für Wohnraumschaffung soll kein Wald umgewidmet werden. Es gibt in der Gemeinde Neuhofen/Ybbs genügend Platz für neues Bauland“, heißt es in einer Erklärung der Bürgerinitiative.

Weiters betonen die Mitglieder der Initiative, die nicht namentlich genannt werden wollen: „Einen Wald umwidmen zu lassen, sollte eigentlich ein Tabu sein. Und wer weiß, ob der Grund überhaupt als Bauland geeignet ist, denn der Boden ist hier sehr nass.“

Fix ist derzeit aber ohnehin noch überhaupt nichts. Der Antrag wurde zwar eingebracht, allerdings muss der Gemeinderat erst darüber abstimmen. Danach muss auch noch das Land als Kontrollinstanz die geplante Umwidmung prüfen.

Bürgermeister Gottfried Eidler (ÖVP) möchte in dieser Debatte einen neutralen Standpunkt einnehmen und hofft, dass sich die die Lage bald beruhigt. Beide Seiten hätten, so der Ortschef, natürlich ein Recht darauf ihre Meinungen kundzutun. Darüber zu entscheiden liege aber nicht an ihm.

Die Besitzer der Waldfläche wollten gegenüber der NÖN keine Stellungnahme abgeben.