Hits und viele Emotionen zum 30-Jahr-Jubiläum. Zum 30-Jahr-Jubiläum wurde in der Pölz-Halle eine virtuose und revueartige Show auf die Bühne gestellt – ein Tribut an die vielen Glanzlichter des Musicalsommers Amstetten.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 14. August 2019 (03:45)

Es ist sympathisch, ein Festival nicht mit Pomp und Äußerlichkeiten zu feiern, sondern mit einer Gala, die einen Einblick in die dreißigjährige Erfolgsgeschichte des Musicalsommers Amstetten gibt.

So wurde von der Band des Musicalsommers unter der Leitung von Christian Frank und sechs bekannten Sängerinnen und Sängern, Barbara Obermeier, Marjan Shaki, Katja Berg, Mark Seibert, Filippo Strocchi und Gino Emnes, ein leichtfüßiger aber auch emotionaler Spaziergang durch die Musicalwelt unternommen.

Oliver Baier moderierte das wunderbar arrangierte Galakonzert, das durch Stärke und Eindringlichkeit bezauberte, ebenso souverän wie er in der Rocky Horror Show den Erzähler gibt.

Das Programm war klug zusammengestellt und spannte einen gelungenen Bogen über die 30 Jahre Musical in Amstetten. Die Sängerinnen und Sänger präsentierten die Melodien mit Wucht, wenn diese gefordert war, aber auch oft mit viel Feingefühl und zarten Tönen.

Eröffnet wurde mit „Don’t Stop Believing“, danach folgten zwei Songs aus der ersten Am stettner Musical-Produktion „Ein Käfig voller Narren“ aus dem Jahr 1989. Damals wurde der Umstieg von der Operette ins Musicalgenre vollzogen und somit eine Erfolgsgeschichte gestartet. Es folgte ein Klassiker-Medley mit Hits wie „Wunderbar“ sowie „I hate men“ aus „Kiss me Kate“, „Hey Big Spender“ und „Rhythm of Life“ aus „Sweet Charity“.

Danach wurden Einblicke in die gefeierten Produktionen „West Side Story“ (mit „Maria“, „Tonight“ und „Somewhere“) sowie „City Of Angels“ und „Wild Party“ geliefert.

Mit „Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat“ übernahm übrigens Johann Kropfreiter das Zepter als Intendant. Der Grund dafür war ein sehr trauriger. Sein Vorgänger Heinz Ehrenfreund verstarb völlig unerwartet. Mit dem Hit „Pinball Wizard“ aus „Tommy“ ging es in die Pause.

Anekdoten und Hits aus Jesus Christ

Oliver Baier gelang es danach, mit gutem Gespür und speziellen Hintergrundgeschichten, den weiteren Verlauf des Musicalsommers zu skizzieren. Er holte dazu auch den scheidenden Intendanten Johannes Kropfreiter auf die Bühne, der einige Anekdoten erzählte. Danach erweckten die Sängerinnen und Sänger Erinnerungen an den Klassiker „Jesus Christ Superstar“ im Jahr 2005, der mit 14.000 Besuchern dem Musicalsommer den bis dahin größten Erfolg bescherte, an „Aida“, „Footloose“ und „Flashdance“ und an „Saturday Night Fever“.

Alle Songs wurden mit hoher Virtuosität und höchst amüsant dargebracht. Bei „Easy To Be Hard“ aus „Hair“ und „Here I Go Again“ aus „Rock Of Ages“ wurde mit genialer Instrumentalmusik und blendenden Stimmen Feierstimmung erzeugt. Da hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen.

„Let The Sunshine In“ war als abschließender Höhepunkt gedacht, doch die Zuschauer erklatschten sich auch noch den Time Warp aus der Rocky Horror Show!