Hauptplatz Amstetten: Opposition sagt: „Ja, aber ...“

Erstellt am 11. Mai 2022 | 03:26
Lesezeit: 4 Min
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SPÖ-Stadtrat Bernhard Wagner fordert Infos über das geplante Verkehrsleitsystem ein.
Foto: SPÖ
SPÖ, FPÖ und NEOS können Konzept für Hauptplatzgestaltung etwas abgewinnen, sehen im Detail aber noch Klärungsbedarf.
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In der Vorwoche hat die Stadtregierung das Konzept für den Umbau des Hauptplatzes vorgestellt. Die NÖN hat sich bei den Oppositionsparteien umgehört, was sie davon halten.

Die SPÖ begrüßt, dass der Umbau des Hauptplatzes in Angriff genommen wird. Die geplante Begrünung und Anwendung des Schwammstadt-Prinzips sei sinnvoll und werde mit zusätzlichen Sitzmöglichkeiten die Aufenthaltsqualität erhöhen. Die Sozialdemokraten mahnen aber, die Bepflanzung richtig zu dosieren. „Dabei geht es uns unter anderem um den Blick über den Hauptplatz und den Schatten, den die Bäume auf die Fassaden der Häuser und Geschäfte werfen“, sagt Vizebürgermeister Gerhard Riegler. Ein heikles Thema ist für die SPÖ der Wegfall von zehn Parkplätzen. „Es muss sichergestellt sein, dass all jene, die Besorgungen in der Innenstadt zu machen haben, dies weiter tun können und die Geschäftsleute keine Einbußen erleiden“, fordert Riegler.

SPÖ: Riegler kritisiert ungenügende Bürgerbeteiligung

Insgesamt erscheinen der SPÖ die veranschlagten sechs Millionen Euro für die geplanten Ergebnisse zu hoch. Riegler kritisiert auch einmal mehr eine ungenügende Bürgerbeteiligung. „Denn nach der Veröffentlichung des Konzepts war es nicht mehr möglich, dass Menschen ihre teils berechtigten Einwände einbringen. Das hätte man besser machen müssen und dann würden auch noch mehr Menschen die Umbaupläne unterstützen.“

Für SPÖ-Verkehrssprecher Bernhard Wagner kommt die Ankündigung, dass zwei der sechs Millionen in ein neues Verkehrsleitsystem fließen sollen, überraschend. „Dass wir eines brauchen, steht außer Frage. Aber wir waren in keine Gespräche darüber eingebunden. Wir wissen nicht, wie es ausgelegt sein wird. Wie so oft, werden wir nicht informiert.“ Eine Begegnungszone am Hauptplatz ist für den SPÖ-Mandatar zwar sinnvoll, aber zugleich müsse man eine Entlastung des Zentrums vom Verkehr anstreben, sagt Wagner und bringt die Themen Nordumfahrung und Autobahnanschluss-Mitte erneut aufs Tapet.

NEOS: Entwurf geht in richtige Richtung

Die NEOS fragen sich, warum die Stadtregierung zweieinhalb Jahre für die Vorstellung von Umgestaltungsplänen benötigt hat. Der vorliegende Entwurf geht für sie aber immerhin in die richtige Richtung. „Für uns waren schon immer Verkehrsberuhigung, Begrünung, Schaffung von mehr Sitzgelegenheiten wichtig, um den Hauptplatz mit Leben zu füllen“, sagt Daniel Gieber.

Die Reduzierung der Parkdauer und der Parkplatzanzahl sei sinnvoll, weil damit mehr Raum geschaffen werde. Die verbleibenden Parkplätze müssten jedoch zum Teil für gehbehinderte Personen reserviert werden. „Was uns fehlt, sind Informationen über Menge, Position und Form der Sitzgelegenheiten. Die sind aber wichtig für die Aufenthaltsqualität am Hauptplatz. Da gibt es noch Klärungsbedarf“, sagt Gieber.

FPÖ: Details müssen noch geklärt werden

Für die FPÖ ist in Sachen Hauptplatzumgestaltung klar: „Wenn sich über 2.500 Menschen an diesem Projekt beteiligen, dann wird es sehr gut für Amstetten passen. Es wird jeder Bürger am Hauptplatz seinen eigenen persönlichen Platz zum Rasten, Plaudern oder in den verschiedenen Schanigärten finden. Mit der Umgestaltung wird sich auch die Frequenz für Handel und Gastro erhöhen“, sagt Parteiobmann Christian Schrammel. Über Details muss aus Sicht der FPÖ noch gesprochen werden – etwa, welche Art von Bäumen sinnvoll ist, ob bestehende Sonnenschirme weiterverwendet werden. Außerdem müsse man die Umbauarbeiten so planen, dass Anrainer wenig gestört werden, fordert Schrammel.

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