SPÖ-Politikerinnen aus Bezirk Amstetten: „Brauchen echte Wahlfreiheit“

Erstellt am 09. Februar 2022 | 02:54
Lesezeit: 3 Min
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Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr (links) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig präsentierten die Kernpunkte des Programmes im Gasthaus Exel.
Foto: Führer
SPÖ-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr präsentierten das „KinderPROgramm“.
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„Aus Wahlfreiheit muss eine Wahlmöglichkeit werden“, damit fand die Landesrätin der SPÖ, Ulrike Königsberger-Ludwig, in Bezug auf das Thema der Erweiterung der Kinderbildung und Kleinkinderbetreuung klare Worte. Das von der SPÖ konzipierte „KinderPROgramm“ solle Verbesserungen und eine Win-Win-Situation für alle bringen.

Der erste Vorschlag betrifft eine ganztägige, für die Eltern kostenlose Betreuung der Kinder. Momentan unterteilt sich die Betreuung nämlich in Vormittagsbetreuung (8 bis 12 Uhr) und Nachmittagsbetreuung. Während die Kosten der Vormittagsbetreuung vom Land übernommen werden, ist der Nachmittag kostenpflichtig.

Die zweite große Veränderung betrifft die ganzjährige Öffnung von Kinderbetreuungsstätten. Dabei wird der Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie („VIF“) der Arbeiterkammer herangezogen (siehe Infobox). Dieser besagt, dass an 47 Wochen pro Kalenderjahr eine Möglichkeit der Betreuung bestehen muss. „Derzeit müssen Eltern getrennt voneinander Urlaub nehmen“, sagt Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr.

Der dritte große Punkt betrifft die Kostenfrage. „Bildung muss kostenfrei sein“, unterstreicht Suchan-Mayr. Um die Finanzierung zu bewältigen, werde schon an mehreren Möglichkeiten gearbeitet. Unter anderem wurden bereits 2021 Wohnbaudarlehen verkauft. Der Ertrag daraus könne als Finanzierung des Projekts herangezogen werden.

Weitere Details des Programms betreffen das Kindergarten-Eintrittsalter, welches momentan bei 2,5 Jahren liegt. Durch die Senkung im ersten Schritt auf 2 Jahre könnte die Lücke, welche sich durch die nur zweijährige Karenzzeit ergibt, geschlossen werden.

Die Umsetzung des Programms soll, so der SPÖ-Vorschlag, bereits ab dem Kindergartenjahr 2024/25 erfolgen. Ab 2025/26 solle auch der Ausbau der Kleinkinderbetreuung ab einem Jahr starten. Familien, die einen Kleinkinderbetreuungsplatz in Anspruch nehmen, haben zurzeit oft mit Kosten von über 400 Euro pro Monat zu rechnen.

Ein Fünftel der Kinder mit warmer Mahlzeit versorgt

Eine weitere Verbesserungbetreffe die Verpflegung. Diese solle an „Tut-Gut“-Niederösterreich-Standards angepasst werden und mindestens eine warme Mahlzeit umfassen. Laut Statistik liege Amstetten in diesem Punkt hinter dem Landesschnitt. Nur 20 Prozent der betreuten Kinder werden momentan mit einem warmen Mittagessen versorgt, wohingegen der NÖ-Schnitt bei 47 Prozent liegt. Das Programm wurde bereits im Landtag vorgestellt und sei auf große Zustimmung gestoßen, wie Königsberger-Ludwig berichtet. Die letzten Änderungen des Kindergartengesetzes liegen übrigens schon 14 Jahre zurück und seien nicht mehr an die Lebenssituationen der Familien angepasst. „Es ist für eine Gemeinde auch immer ein Thema der Finanzierung“, meint Suchan-Mayr. „Jeder Cent, der in die Kinderbetreuung investiert wird, ist ein zukunftsweisender.“

Zusammenfassend soll das KinderPROgramm Familien die Möglichkeit bieten, ihre Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren kostenlos in einer Kinderbetreuungsstätte unterzubringen. „Familien sollen so leben können, wie sie es wollen“, unterstreicht Suchan-Mayr nochmals.

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