"Positiv denken und an Gott glauben". In Ardagger wurden gestern drei an Covid-19 erkrankte Personen von der Behörde wieder für genesen erklärt und aus der Quarantäne entlassen. Die NÖN hat über Vermittlung von Bürgermeister Hannes Pressl einem der Gesundeten (im Interview G) einige Fragen gestellt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. März 2020 (15:20)
Symbolbild
Savanevich Viktar, Shutterstock.com

NÖN: Zu Beginn: Herzlichen Glückwunsch, dass Sie wieder gesund sind. Wie fühlt sich das für Sie an, körperlich und vor allem seelisch?
Darf man da auch ein wenig feiern – zumindest mit einem Glaserl Wein?
G: Körperlich wird es von Tag zu Tag besser! Seelisch leidet man mit den infizierten Menschen aus der Familie sowie Freunden besonders!
Mit einem Glaserl Wein werde ich wahrscheinlich noch heute mit meiner Gattin anstoßen! 

Waren Sie schon aus dem Haus?
G: Nein, noch nicht! Werde aber heute Nachmittag kurz in die frische Luft gehen! 

Können Sie uns noch einmal einen Rückblick auf die letzten 14 Tage geben?
Welche Stimmungslagen macht man da durch? Ab wann ging es für Sie bergauf?

G: Nach einem gemütlichen Stammtisch vor 14 Tagen fühlte ich mich etwa vier Tage später etwas krank mit Frostgefühl, Husten sowie Kopfschmerzen. Die ersten drei Nächte waren sehr intensiv, da ging es mir körperlich und nervlich gar nicht gut! Mein großer Dank gilt da vor allem dem Hause Dr. Höllrigl-Raduly. Da wurde mir ganz unbürokratisch Hilfe anboten und auch geholfen!!! Der Krankheitsverlauf war nach den ersten drei Tagen sehr wechselhaft. Gott sei Dank hatte ich aber keinen schweren. Bei meiner Schwester sowie bei einigen Freunden sieht das leider etwas anders aus. Ich hoffe sehr, dass auch sie es bald schaffen, gesund zu werden. 

Was können, wollen Sie Menschen sagen, die gerade erst mit der Diagnose konfrontiert wurden?
G: Wichtig ist, Ruhe zu geben, den Körper auch wenn es einem mal besser geht, nicht zu überfordern! Wenn möglich positiv denken und an Gott glauben, dann wird es wieder! Wenn es ein schwerer Verlauf ist, dann bitte 144 anrufen bevor es zu spät ist. 

Gibt es etwas (vielleicht einen Spruch, vielleicht ein Gebet, ein Bild, oder Gespräche mit anderen Menschen) das Ihnen durch die schwere Zeit geholfen hat?
G: Der Zuspruch von sehr, sehr vielen Menschen mit aufmunternden Worten sowie meine Rundrufe mit den anderen Kranken haben mir viel Kraft gegeben. Eine Bitte zuletzt: Gebt alle Gesundeten in den Medien bekannt, denn seit acht Tagen sind es angeblich immer nur neun Gesundete(????) österreichweit. Das kann nicht stimmen. Das Wichtigste ist jetzt, dass die Leute positive Signale empfangen.