Repaircafé: Wegwerfen ist out!. Das erste Repaircafé lädt dazu ein, mit Gleichgesinnten Smartphones, Notebooks, PCs und Kleider auf Vordermann zu bringen.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 16. Januar 2018 (04:37)
Andreas Haker beim Akkutausch eines Notebooks: „Mit dem 1. Amstettner Repaircafé will ich aufzeigen, dass Reparieren oft gar nicht so schwer ist.“ Foto: Doris Schleifer-Höderl
Doris Schleifer-Höderl

„Der Gedanke zum Repair(Reperatur)café kam mir schon vor Jahren“, berichtet Organisator Andreas Haker. „Auf die Repair-Bewegung, die von den Niederlanden über Deutschland nach Österreich kam, bin ich im Internet gestoßen und fand die Idee großartig. Denn Reparieren anstatt Wegwerfen ist mir ein wichtiges Anliegen.“

 

Und er scheint damit nicht allein zu sein, denn die Resonanz auf Facebook, wo Andi das Amstettner Repaircafé ankündigte, ist groß. „Ich glaubte zuerst, solche Events funktionieren nur in Großstädten wie Wien, Graz oder Linz. Im Dezember dachte ich mir dann aber, ich könnte es doch auf einen Versuch ankommen lassen und das war die richtige Entscheidung.“

Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen ist der Verwaltungsangestellte, der selbst seit Jugendtagen PCs repariert, nun froh, den Saal und nicht das Stüberl Winter’s in Allersdorf reserviert zu haben.

Doch, was ist nun eigentlich genau ein Repaircafé? „Da treffen sich Menschen in zwanglosem Umfeld um unterschiedliche Dinge zu reparieren und sich dabei gegenseitig zu helfen. Es ist sozusagen eine Bildungsveranstaltung und eine Hilfe zur Selbsthilfe. Denn oft fehlt den Betroffenen nur der Mut zum Reparieren. Mit dem kostenlosen Rat von freiwilligen Experten fällt es dann gewiss leichter, doch nicht alles gleich auf dem Müll zu werfen. Vor allem – was kann schon schiefgehen? Kaputt ist das Dings ohnehin schon“, erklärt der 34-jährige Amstettner.

Sechs fachkundige Freiwillige mit dabei

Repariert kann im Grunde alles werden, was man alleine durch die Tür bringen kann, meint Andi zur NÖN. „Für unsere erste Veranstaltung haben wir sechs Freiwillige, die sich hauptsächlich mit PCs, Konsolen, Handys und ein wenig mit Elektronik im Allgemeinen befassen sowie eine Schneiderin, die zeigen kann, wie man mit Nadel und Faden auch Textilen wieder wie neu erscheinen lassen kann.“ Der Vater von zwei Töchtern möchte mit dem 1.

Amstettner Repaircafé ein Zeichen setzen. „Ich finde es schade, wenn teuer Gekauftes oder lieb gewonnene Gegenstände einfach entsorgt werden

– oft fehlt ja nur eine Kleinigkeit. Ich möchte daher den Menschen einfach näherbringen, Dinge, die kaputt gegangen sind, nicht sofort aufzugeben und wegzuwerfen. Oft lässt sich mit geringen Materialkosten und etwas Tüfteln alles wieder geradebiegen.“

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