Covid im Landesklinikum Amstetten: „Haben den Peak bald erreicht“

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 05:33
Lesezeit: 4 Min
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Foto: Kan Pothipan/Shutterstock.com
Landesklinikum berichtet über die Lage und die Impfungen für Kinder ab 5 Jahren.
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Der Ärztliche Direktor des Landesklinikums, Dr. Bernhard Bacher, und Dr. Rudolf Schwarz, Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde, berichteten über die Lage am Landesklinikum und über die Covid19-Schutzimpfung für Kinder ab 5 Jahren. „Wir haben aufgrund der Infektionszahlen einen veränderten Betrieb und müssen leider planbare Operationen verschieben, um das Personal auf Stationen zu verlegen, wo viele Corona-Patienten betreut werden müssen“, schilderte Bacher.

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Dr. Bernhard Bacher
Foto: LandesklinikumAmstetten

Die Situation führe zu einer Mehrbelastung für Personal und auch immer wieder zu Diskussionen mit betroffenen Patienten. „Ich glaube aber, dass wir den Peak bald erreicht haben und es dann zu einer stabileren Phase kommt“, blickt Bacher dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Intensivpatienten werden immer jünger

Von 14 Intensivbetten seien derzeit neun mit Corona-Patienten belegt. Damit liegt man bei der Auslastung bei über 50 Prozent. „Wir haben regionsübergreifende Kooperationen, die uns ermöglichen, dass wir für einzelne Patienten andere Betten finden“, erklärt Bacher. Er führt weiters aus, dass nur eine einzige Patientin geimpft sei, diese habe auch schwere Grunderkrankungen. Alle anderen Patienten mit schweren Verläufen seien ungeimpft.

„Die Patienten werden immer jünger. Das liegt natürlich auch daran, dass in der älteren Gruppe deutlich mehr Menschen geimpft sind. Auffällig ist, dass die Delta-Variante bei Jüngeren für deutlich schwerere Verläufe sorgt. Trotz aller Maßnahmen verlieren wir auch 40 Prozent unserer Patienten auf der Intensivstation“, erklärt Bacher weiters. Man solle daher möglichst viele Erkrankungen verhindern. Die einzige Chance dabei sei die Impfung. „Sie schützt zu über 90 Prozent vor einem schweren Verlauf. Wenn man als Ungeimpfter einen leichten Verlauf hat, dann fällt das unter Glück. Man kann eben nicht sagen, es trifft nur eine bestimmte Gruppe. Es ist in etwa, wie Lotto spielen.“

Plädoyer fürs Impfen der Kinder ab 5 Jahren

Rudolf Schwarz plädierte für die Impfung von Kindern ab 5 Jahren. Diese ist seit 25. November durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen. „Auf die Frage, ob man sein Kind impfen lassen soll, kann man einfach nur antworten: Ja! Kinder können genauso erkranken wie Erwachsene, es kommt unter Umständen auch zu einem Multisystemversagen oder zu Langzeitfolgen durch eine Corona-Erkrankung“, argumentiert Schwarz. In den USA seien 600 Kinder verstorben, in Deutschland elf. „Nicht alle davon hatten eine Begleiterkrankung. Covid19 ist auch im Kindesalter ernstzunehmen.“

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Dr. Rudolf Schwarz
Foto: LandesklinikumAmstetten

Auf die Frage nach Impfnebenwirkungen erklärt Schwarz, dass es, wenn überhaupt, die Reaktionen des Immunsystems auf die Impfung gibt. Diese hielten aber nicht länger als zwei Wochen an. Der Impfstoff verschwinde binnen 14 Tagen aus dem Körper.

„Nicht alle davon hatten eine Begleiterkrankung. Covid19 ist auch im Kindesalter ernstzunehmen.“
Rudolf Schwarz

„Und Langzeitfolgen gibt es, entgegen einiger Befürchtungen, bei Impfungen nicht. Es gibt in seltenen Fällen akute Folgen, wie sie etwa bei AstraZeneca oder bei Biontech/Pfizer – mit den Herzmuskelentzündungen – sehr, sehr selten aufgetaucht sind. Da ist aber schnell reagiert worden und diese sind auch gut behandelbar.“

Bacher sprach angesichts der mittlerweile milliardenfachen Verimpfung und der sehr seltenen Impfnebenwirkungen davon, dass er kein sichereres Medikament kenne. Bei vielen anderen Medikamenten und Impfungen denke man auch nicht über etwaige Nebenwirkungen nach. Die Aversion gegen diese vielfach verabreichten Impfstoffe könne er daher nicht nachvollziehen.

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