Erstellt am 11. Mai 2015, 09:03

von Daniela Führer

Pressl im Interview: „Es gab Strafanzeigen“. Bürgermeister und GVV-Bezirksobmann Hannes Pressl erklärt, mit welchen (neuen) Herausforderungen und gesetzlichen Regelungen Vereine bei ihren Festen konfrontiert sind.

GVV-Bezirksobmann Hannes Pressl ist wichtig: „Es gibt klare Regeln und die müssen für Vereine und Wirte gleich sein.“ Foto: Schlemmer  |  NOEN, Schlemmer
Die Festsaison ist wieder gestartet. Vereine, Feuerwehren und Organisationen im ganzen Bezirk laden zu ihren Veranstaltungen.

Um über die Herausforderungen und rechtlichen Grundlagen für Vereine und deren Feste zu informieren und zu diskutieren, lud Ardaggers Bürgermeister und Gemeindevertreterverband-Bezirksobmann in der Vorwoche zum Vereinsstammtisch.

Rund 60 Obleute aus Ardagger, Neustadtl und Viehdorf waren dabei und zeigten auf, wie sehr den Vereinen diese Themen unter den Nägeln brennen. Im NÖN-Interview fasst Hannes Pressl die wichtigsten Punkte zusammen.

NÖN: Haben Vereine öfter Probleme mit den gesetzlichen Regelungen bei ihren Festen?
Hannes Pressl: An und für sich funktioniert das bei uns sehr gut. Aber es gab schon in einzelnen Regionen Niederösterreichs gröbere Konflikte, die teilweise Strafanzeigen nach sich zogen. Damit ein Vereinsleben, das funktioniert, nicht ins Kriminalwesen gerät und damit die Verantwortlichen zum Teil unwissend nicht einer Strafverfolgung ausgesetzt werden, muss man aber einfach intensiver über die Rechtsgrundlagen diskutieren.

„Mit dem Geld dann einen Vereinsausflug zu bezahlen, das geht nicht“

Welche wichtigen gesetzlichen Regelungen gibt es zu beachten?
Es gibt die Regelung, dass Vereine maximal vier Festtage veranstalten können, davon aber nur an drei Festtagen gastronomische Tätigkeiten ausüben dürfen. Weiters gilt es zu beachten, dass die Einnahmen nicht für private Initiativen verwendet werden dürfen, sondern nur etwa für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke. Mit dem Geld dann einen Vereinsausflug zu bezahlen, das geht nicht.

Ist die Allergen-Verordnung auch für Vereine ein großes Thema?
Ja, auf jeden Fall. Die Allergen-Verordnung muss auch bei Vereinsfesten umgesetzt werden. Vereine werden da gleichbehandelt wie Gastronomen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man listet die zwölf allergenen Stoffe auf und schreibt die Buchstaben zu den Speisen dazu, oder man erteilt persönliche Auskunft. Dazu benötigt es aber ein geschultes Personal, das die ganze Zeit vor Ort anwesend sein muss.

Wie beurteilen Sie die Konkurrenz zwischen Vereinen und Gastronomen?
Vereine finanzieren sich mit ihren Festen und Veranstaltungen. Das führt manchmal dazu, dass sie massiv in Konkurrenz mit Betrieben, die von der Gastronomie leben müssen, geraten. Dafür gibt es aber klare Regeln und die müssen für Vereine und Wirte gleich sein. Es soll aber kein Gegeneinander zwischen Wirten und Vereinen sein, es braucht eine funktionierende Wirtshauskultur genauso wie ein gutes Vereinsleben.