Erstellt am 10. Juli 2015, 06:16

Mein Sonntagberg - „Entdecke immer wieder Neues“. Professor Reinhard Fahrengruber über seine persönliche Beziehung zum Sonntagberg.

Der Waidhofner Privatgelehrte Reinhard Fahrengruber sucht derzeit am Sonntagberg nach Erz.  |  NOEN, privat

Meine Beziehung zum Sonntagberg begann bereits 26 Jahre vor meiner Geburt, als sich meine Großeltern väterlicherseits dort das Jawort gaben.

Ausflugsziel in der Volksschule

Für die vierte Klasse der Volksschule Hollenstein war der Sonntagberg Ziel eines Ausfluges. Im Zuge dieses Ausfluges kam ich 1957 zum ersten Mal auf den Sonntagberg. Nach einer längeren Zugfahrt und einer noch längeren Wanderung kamen wir zur Basilika, wo wir eine Führung hatten. Beschämt muss ich gestehen, dass ich mich an diese nur noch schwach erinnere.

Viel beeindruckender für mich war damals ein Ereignis beim Türkenbründl, wo wir unsere mitgebrachte Jause verzehrten. Jeder holte aus dem Rucksack sein Schmalzbrot und sein Getränk. Da zogen die Brüder Hans und Rudi eine Doppelliterflasche gefüllt mit Most hervor.

Nachdem sich der Lehrer vom ersten Schrecken erholt hatte, nahm er ihnen das Getränk weg und kaufte ihnen nachher bei einem Stand ein „Kracherl“. Zu Hause stellte er die Mutter der beiden zur Rede. Diese meinte ganz entrüstet: „Wos wolln’s denn, er wor jo eh gwassert“.

Monatlich mindestens einmal am Sonntagberg

In den folgenden Jahren konzentrierte sich mein Fokus allerdings auf die Basilika. Seit etwa 40 Jahren wohne ich in Waidhofen und bin in dieser Zeit monatlich mindestens einmal auf den Sonntagberg gekommen. 1998 durfte ich die erste lokalhistorische Sendung, die ich mit Radio Maria gestaltete, über den Sonntagberg produzieren.

Pater Benedikt beriet mich damals. Einige Jahre war ich auch Vorbeter bei der Waidhofner Wallfahrt, die abwechselnd nach Maria Neustift und auf den Sonntagberg führt. Jetzt komme ich gern in die Basilika, um Ruhe und inneren Frieden zu finden, aber auch um die Basilika zu erforschen. Immer wieder entdecke ich etwas Neues.

Seit einigen Jahren mache ich mit meinem Sohn bei Vollmond eine Wanderung über den ganzen Bergrücken, jedes Mal ein wundervolles Erlebnis.

Suche derzeit am Sonntagberg nach Erz

Derzeit suche ich am Sonntagberg nach Erz. Der alte Name „Ruznic“ bedeutet Erzberg und lässt ja dieses vermuten. Sollte ich fündig werden, möchte ich mit meinem Freund Wolfgang in einem Rennofen Eisen erzeugen.


In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte zum Sonntagberg ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.

Nächste Termine: Im Juli und August findet jeden Sonntag um 12 Uhr der Orgelmittag in der Basilika am Sonntagberg statt.