Gegen Gewalt: Der Bezirk Amstetten sagt „StoP“

Erstellt am 02. März 2022 | 04:33
Lesezeit: 3 Min
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„Auch bei Gesprächen unter Nachbarn hat sich schon gezeigt, dass es sehr wohl zu Gewalt kommt. Man hat gesehen, wie notwendig das Projekt war“, sagte Magdalena Weilguny. Von links: Gastronom Werner Seifert, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Magdalena Weilguny, Ursula Kromoser-Schrammel, Bürgermeister Christian Haberhauer und Barbara Zeitlhofer (Cafe-Pub Dahoam) sagen StoP!
Foto: Führer
„StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ sorgt für wichtige Bewusstseinsbildung.
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Seit dem Vorjahressommer läuft unter Federführung des Frauenhauses und koordiniert von Magdalena Weilguny das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“. Ziel ist, Menschen, zum Beispiel Nachbarn, die Anzeichen für Partnergewalt erkannt haben, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. So könnten auch nicht direkt Betroffene wichtige Schritte gegen Gewalt an Frauen und Kindern setzen.

In der Vorwoche zog man eine erste Bilanz. „Wir haben die Chance gehabt, dass wir an einem Projekt mitmachen, das wir extrem gut finden. Das Ziel dahinter ist es, Bewusstsein zu schärfen und gemeinsam gegen diese Gewalt aufzutreten“, erklärte Ursula Kromoser-Schrammel vom Frauenhaus. Jede fünfte Frau in Österreich sei von Gewalt betroffen, jede dritte erlebe sexuelle Belästigung.

Flyer und Bierdeckel für Wiedererkennungswert

Projektleiterin Magdalena Weilguny betonte, dass man von Beginn an große Unterstützung erfahren habe, etwa von der Politik. „Wir haben begonnen, mit Multiplikatoren Kontakt aufzunehmen und einen gewissen Wiedererkennungswert geschaffen. So haben wir unsere Roll-ups herumwandern lassen und Flyer verteilt. Erfreulich ist, dass wir nirgends abgelehnt wurden“, schildert sie. Um den Wiedererkennungswert zu steigern, startet zudem eine Bierdeckelaktion, an der alle neun angefragten Gastronomen mitmachen. Viele weitere Projekte seien laut Weilguny geplant, damit das Thema künftig im Gespräch bleibt. Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig berichtete, dass landesweit derzeit 193 Frauen in sechs Frauenhäusern untergebracht sind. „Es ist für die Betroffenen so wichtig, dass man es sich eingesteht, dass man Opfer von Gewalt ist. Da braucht man auch Partner, die unterstützen, wie etwa die Frauenhäuser oder Frauenberatungsstellen“, ergänzte die SPÖ-Politikerin. Wichtig wäre aber auch, dass das Umfeld den Mut hat, womöglich Frauen anzusprechen. „Solche Projekte wie ‚StoP’ helfen, weil sie die Zivilgesellschaft einbinden“, ist Königsberger-Ludwig sicher.

Amstettens ÖVP-Bürgermeister Christian Haberhauer lobte ebenfalls das Projekt. „Gewalt passiert nicht irgendwo, sondern oft im engsten Familienkreis. Bei bewusstseinsbildenden Maßnahmen helfen wir daher gerne mit.“

Man brauche auch Anleitungen, wie man aus dieser Spirale rausfinden kann.

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