Brauerei im „Salzhaus“: Große Pläne von Verein. Junge Öhlinger haben den „Brauverein Hopfenbirn“ gegründet und sanieren den Keller neben der Mostelleria. Ab Mai wollen sie dort ihr „perfektes Bier“ brauen und verkaufen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Januar 2021 (06:05)
Dieter und Julia Zeilinger mit Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer und einigen Kostproben ihres Märzenbiers vor dem „Salzhaus“ in Öhling, das in den nächsten Monaten zur Brauerei umgestaltet wird.
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Große Pläne hat der „Brauverein Hopfenbirn“ aus Öhling. Im ehemaligen „Salzhaus“, wo früher die Werkstatt des Landesklinikums untergebracht war und später die Streusalzvorräte der Gemeinde lagerten, soll eine Brauerei entstehen. Die Arbeiten sind bereits im Gange, das Haus vom Gerümpel befreit, entfeuchtet und der Boden frisch betoniert.

Im Frühjahr wird das selbst gebaute Sudhaus in die Brauerei übersiedeln. Derzeit steht es noch in der Garage von Dieter Zeilinger. Er hat gemeinsam mit seiner Frau Julia und seinem Freund Florian Neid vor zwei Jahren hobbymäßig damit begonnen, Bier zu brauen.

„Damals haben wir mit einem 20-Liter-Glühweinboiler angefangen. Jetzt hat unser Sudhaus ein Volumen von 400 Litern. Mit ihm möchten wir uns den Wunsch erfüllen, unser eigenes perfektes Bier zu brauen“, sagen die Hobbybrauer.

Sie wissen genau, was sie tun, schließlich ist Zeilinger hauptberuflich Mitarbeiter der Brauerei Wieselburg. Im Gegensatz zu anderen Craft-Bierbrauern in der Region, die mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen experimentieren, wollen die Öhlinger am vor Jahrhunderten festgelegten Reinheitsgebot (1516) festhalten.

Festhalten am alten „Reinheitsgebot“

„Unser Bier wird aus Wasser, Hopfen und Malz gemacht. Wir werden drei Sorten brauen: ein Märzenbier, also sozusagen das österreichische Standardbier, und dazu noch ein extrem malziges Wiener Lager und ein sehr hopfenbetontes India Pale Ale“, kündigt Zeilinger an. Erwerben wird man die Produkte des „Brauvereins Hopfenbirn“ allerdings frühestens im Mai können.

Derzeit sind die Braumeister noch in der Testphase. „Wir werden unser Bier dann auch nur in der Region verkaufen“, sagt Zeilinger. Das selbst entworfene Etikett auf den Flaschen ziert eine „Hopfenbirne“. Das soll die Verbindung mit dem Most signalisieren, immerhin steht die Brauerei ja direkt neben der Mostelleria. „Und zudem erinnert auch die Hopfendolde in ihrer Form an eine Mostbirne“, erklärt der Bierbruer.

Ihr Sudhaus haben die findigen Öhlinger übrigens zur Gänze selbst konstruiert. Verwendet haben sie dafür Tanks und Gerätschaften von Milch- und Weinbauern, aber auch von einer ehemaligen Molkerei. „Wir haben das alles auf unsere speziellen Anforderungen zugeschnitten und zusammengefügt“, sagt Zeilinger.

Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer freut sich über die Initiative ihrer jungen Gemeindebürger. „Wir unterstützen das Projekt auch, indem wir die Materialien für die Sanierung des Salzhauses zur Verfügung stellen“, sagt die Ortschefin. Da das Gebäude denkmalgeschützt ist, hätte die Kommune da in den nächsten Jahren ohnehin Handlungsbedarf gehabt.