Kastell könnte bald Weltkulturerbe sein. Römerfunde in Wallsee machen international Furore. Sie sollen künftig auch breitem Publikum zugänglich gemacht werden.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. Mai 2017 (06:26)
Hudler
Der Obmann des Museumsvereins, Johann Wahl.

Bei Grabungsarbeiten auf dem Gelände der jetzigen Lebenswelt (Einrichtung für gehörlose und taubblinde Menschen) stieß man im Jahr 2011 auf die Grundmauern eines kleinen römischen Kastells für etwa 60 bis 70 Mann, was durchaus eine archäologische Sensation war, vor allem auch deshalb, weil die Mauerreste in sehr gutem Zustand sind.

Kastell für 1.000 Mann wahrscheinlich 380 n. Chr. gebaut

Gebaut worden sein dürfte der kleinere sogenannte Lagerburgus um 380 n. Chr. in einer Ecke des großen Kastells für 1.000 Mann, das in Wallsee schon früher bestand. Der Obmann des Museumsvereines, Johann Wahl, weist darauf hin, dass das Wallseer Kastell bald Weltkulturerbe sein könnte.

Die Unesco hat ja schon Abschnitte der römischen Grenze in Deutschland; den Hadrianswall in England und den Antoniuswall in Schottland dazu erklärt. In den nächsten Jahren könnten auch Bereiche in Österreich folgen. „Und nirgendwo sonst im Land gibt es eine so gut erhaltene militärische Anlage wie in Wallsee. Carnuntum war ja zivil“, sagt Wahl.

In Wallsee läuft indessen ein Projekt, um die antiken Zeugen der Römerzeit dem Publikum zugänglich zu machen – vor allem soll natürlich das kleine Kastell unter der Lebenswelt präsentiert werden, aber auch das Museum im Salzhaus wird einen Relaunch erfahren und ausstellungstechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Kulturministerium, Land und Gemeinde nehmen dazu rund 500.000 Euro in die Hand.

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