Oed: Putenfleisch sehr gefragt

Nur 40 Prozent Eigenversorgung im Land. In Oed entstehen zwei neue große Ställe.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 01. Juli 2021 | 08:13
Putenfleisch gefragt
Der neue Maststall entsteht direkt neben dem schon bestehenden (von links): Andreas Nagelhofer, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer sowie Michael und Martin Kattner.
Foto: Knapp

Einen Aufzuchtstall und einen Endmaststall für Puten errichten die Kattner Nagelhofer GesbR und die Kattner Geflügel GmbH derzeit in Pyhra. Damit erweitern sie ihre bisherige Einstell-Kapazität von 13.000 auf 30.000 Tiere.

Motivation für das Projekt war ein Aufruf der Putenschlachtbetriebe an Landwirte, die Produktion hochzufahren. „Denn derzeit können die rund 140 Mastbetriebe nur 40 Prozent des Gesamtbedarfes an Putenfleisch im Inland decken und die Corona-Krise hat uns ja in vielen Bereichen gezeigt, wie wichtig die Eigenversorgung ist“, berichtet Martin Kattner.

Fair-Hof-Aktion mit weniger Besatzdichte

Gesetzlich erlaubt wäre eine maximale Besatzdichte von 40 Kilo Lebendgewicht pro Quadratmeter Stallfläche, weil sich Kattner und seine Geschäftspartner aber an der Fair-Hof-Aktion des Lebensmitteldiskonters Hofer beteiligen, reduzieren sie diese freiwillig auf 38,5 Kilogramm.

Investitionen in Ställe werden derzeit auch von der Agrar-Markt-Austria (AMA) in Kooperation mit der EU gefördert und auch da gilt: je tierfreundlicher, umso höher die Subvention. Auch Corona-Förderungen konnten sich die Landwirte für ihr Projekt abholen.

Fertigstellung bis November geplant

Rund 2,5 Millionen Euro investiert Kattner mit seinen Geschäftspartnern in die neuen Ställe und sie versuchen, diese so ökologisch wie möglich zu gestalten. „Wir bauen ein eigenes Biomasseheizwerk und werden auf den Dächern jeweils eine 30kWp-Photovoltaik-Anlage installieren. Kapazität hätten wir für 400kWp aber das rechnet sich derzeit noch nicht, weil die Speichertechnik noch nicht so ausgereift ist und die Einspeistarife ins öffentliche Netz zu niedrig sind“, sagt Kattner.

Kasser hofft auf „Erneuerbare Ausbau-Gesetz“

Bezirksbauernbundobmann und Landtagsabgeordneter Anton Kasser hofft, dass der Bund bald das „Erneuerbare Ausbau-Gesetz“ auf Schiene bringt, das höhere Förderungen für Photovoltaikanlagen bringen und auch vernünftige Einspeistarife festlegen soll. „Es gibt in der Politik wichtigere Themen als diverse Chats. Darauf sollte man sich jetzt konzentrieren, denn wir haben im Bezirk viele Projekte in der Pipeline“, sagt der ÖVP-Politiker.

Im November sollen in Pyhra die neuen Ställe (mit je 2.000 Quadratmeter Stallflächen und 500 Quadratmeter „Wintergarten“ für die Tiere) fertig sein – rechtzeitig zum nächsten Umtrieb. Drei Mal im Jahr wechselt der Besatz. Küken sind bis zur 5. Woche im Aufzuchtstall, danach kommen sie in den Endmast stall, wo weibliche Tiere bis zur 15. Woche, männliche bis zur 21. Woche gemästet werden.

Genutzt werden sollen übrigens auch die Dachwässer der beiden neuen Gebäude. Es wird in großen Behältern aufgefangen und dient zur Stallreinigung – und im Notfall auch als Löschwasser.