Bald E-Scooter zum Ausleihen in Amstetten?. Gemeinderat Markus Brandstetter möchte Probelauf in Amstetten starten. ÖBB und Firma Arolla als mögliche Partner.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. Mai 2019 (04:51)
Für ÖVP-Gemeinderat Markus Brandstetter (rechts) und Günther Sterlike (links), hier mit Geschäftsführer derFirma Arolla, Andreas Steiner, wäre die EinführungeinesE-Scooter-Leihsystems in Amstetten eine spannende Möglichkeit, den Verkehr neu zu denken.
ÖVP

ÖVP-Mobilitätssprecher Markus Brandstetter ist es ein großes Anliegen, den Bürgern möglichst viele Alternativen zum Auto anzubieten – vom öffentlichen Verkehr über Nextbikes bis hin zum E-Scooter.

„Gerade diese Form der Elektromobilität könnte in Amstetten eine gute Alternative im täglichen Verkehr in der Innenstadt sein. Jede Autofahrt, die durch einen E-Scooter eingespart wird, bedeutet mehr Lebensqualität. Daher wäre es spannend, ein solches Leihsystem zu testen und nach Möglichkeit gratis anzubieten“, sagt der ÖVP-Politiker. In anderen Städten wie Linz oder Wels seien E-Scooter ja bereits ein fixer Bestandteil des öffentlichen Verkehrs und würden auch von vielen Leuten genutzt. „Betrieben wird das Leihsystem dort von der Firma Arolla“, berichtet Brandstetter. Er hat kürzlich einen Infoabend organisiert, bei dem das Projekt von Arolla-Geschäftsführer Andreas Steiner den Gemeinderatsfraktionen, den ÖBB und anderen Partnern präsentiert wurde. „Die ÖBB haben durchaus Interesse gezeigt, das auch in Amstetten zu machen. Ich könnte mir auch Standorte am Hauptplatz, bei Firmen oder sogar bei großen Wohnanlagen vorstellen“, erklärt Brandstetter. Um ein – für die Benutzer vorzugsweise kostenloses – E-Scooter-Leihsystem in der Stadt zu installieren, bedarf es aber natürlich auch der Sponsoren, die auf den Rollern dann auch Werbesujets anbringen lassen könnten.

Brandstetter will das Thema auf jeden Fall konsequent vorantreiben. „Ich werde mich auch mit den anderen Fraktionen und mit Mobilitätsexperten kurzschließen und besprechen, wie es sich am besten umsetzen lässt.“

Strengere Regeln für E-Scooter seit Kurzem

Dass es Interesse an Leih-E-Scootern gibt, schließt Brandstetter auch aus einer spontanen Umfrage auf seiner Facebookseite. „63 Leute haben mitgemacht und von diesen waren 62 Prozent dafür, dass es das in Amstetten geben soll.“

Der Nationalrat hat erst kürzlich strengere Regeln für die Verwendung von E-Scootern erlassen. Diese enthalten nicht nur das Verbot, Gehsteige, Gehwege und Schutzwege zu benutzen, sondern verpflichten die Lenker auch dazu, alle für Radfahrer geltenden Verhaltensvorschriften zu beachten. Brandstetter begrüßt das. „Denn es muss natürlich klare Regeln geben, wo die E-Scooter fahren dürfen, ohne dass es zu einer Gefährdung von Fußgängern kommt.“

Die Roller können überall dort abgestellt werden, wo auch Fahrräder stehen. Damit sie am Morgen wieder an den zugewiesenen Standorten sind, arbeitet Arolla mit sogenannten Superchargern zusammen, die sie am Abend einsammeln und auch aufladen. Meist sind das kleine, flexible Einzelunternehmen. Damit man immer weiß, wo die E-Scooter gerade stehen, ist im Rahmen eines jeden Fahrzeuges ein Chip eingegossen.

Auch SP-Gemeinderat und Ortsvorsteher Egon Brandl, der bei der Präsentation mit dabei war, kann den E-Scootern durchaus etwas abgewinnen. „Alles macht Sinn, was uns hilft, die eine oder andere Autofahrt in der Gemeinde einzusparen. Ob sich ein Leihsystem in einer Kleinstadt wie Amstetten verwirklichen lässt, muss der Betreiber wissen. Ich halte es für wert, das auszuprobieren.“

Umfrage beendet

  • „Braucht die Stadt Amstetten ein Leihsystem für E-Scooter?“