Brutale Attacke an 19-Jähriger war nur erfunden

19-Jährige belastete Burschen zu Unrecht der Gewalt. Dafür setzte es jetzt bedingte Strafe.

Erstellt am 03. April 2018 | 11:19
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Symbolbild Prozess Gericht Gerichtsprozess
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„Ich weiß nicht, was damals mit mir los war, aber er hat Lügen über meine Familie verbreitet und das hat mich sehr geärgert. So wollte ich Rache. Weil ich es nicht sehen kann, dass jemand auf meine Familie losgeht“, erzählt eine 19-Jährige aus Amstetten vorm Jugendrichter.

Einen Burschen bezichtigte sie zu Unrecht der Gewalt und sitzt nun selbst auf der Anklagebank. Falsche Beweisaussage und Verleumdung wirft ihr die Staatsanwaltschaft vor in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten.

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„Er hat mich an den Haaren zu Boden gezogen und hat mich mit einem spitzen Gegenstand, ich glaube, es war eine Glasscherbe, verletzt“, erzählte die Angeklagte bei einer polizeilichen Einvernahme. Um Letzteres zu untermalen, hatte sie sich zuvor selbst geritzt.

Die falschen Beschuldigungen hatten für das Opfer schwerwiegende Folgen. Vorm Strafrichter musste sich der Bursche wegen Körperverletzung verantworten. In diesem Prozess besann sich die 19-Jährige aber eines Besseren und gab schließlich zu, alles nur erfunden zu haben.

Strenge Bestrafung fordert nun der Staatsanwalt. „Was die Angeklagte gemacht hat, war keine Kleinigkeit“, meint er. Das letzte Wort der Amstettnerin vor der Urteilsverkündung? „Ich war dumm“, sagt sie und bereut.

Für die bislang unbescholtene Angeklagte setzt es fünf Monate bedingt verhängte Freiheitsstrafe. Ein Bewährungshelfer wird ihr zur Seite gestellt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.