Amstetten

Erstellt am 08. November 2018, 05:03

von Claudia Stöcklöcker

Asylwerber von Vorwurf der Nötigung freigesprochen. 19-jähriger Asylant soll Mädchen begrapscht haben. Vor Gericht wurde er vom Vorwurf der Nötigung freigesprochen.

Am Landesgericht wurde wegen Nötigung verhandelt. Der Beschuldigte, ein 19-jähriger Asylant, wurde freigesprochen.  |  BilderBox.com

Mit schweren Anschuldigungen sieht sich ein Afghane (19) vor einem Strafrichter konfrontiert. Während einer Pause eines Deutschkurses in Amstetten soll der Asylant ein Mädchen begrapscht und es gegen seinen Willen geküsst haben.

Nach dem Vorfall soll er ihr mit den Worten „Es wird etwas passieren, wenn du das jemanden erzählst!“ gedroht haben. Dem Burschen wurde nun im Prozess am Landesgericht Nötigung vorgeworfen.

Er zeigte sich nicht geständig und betont, dass das Mädchen den Kontakt gesucht habe. „Zuerst hat sie mich gefragt, ob ich mit ihr eine Zigarette rauchen gehe. Dann hat sie sich mir genähert. Das war wirklich so. Ein Bussi auf die Wange habe ich ihr gegeben, berührt habe ich sie aber nicht“, erzählt er vor Gericht.

„Das Mädchen erzählt verschiedene Versionen mit mehr als nur geringen Widersprüchen“Der Staatsanwalt über den Vorwurf der Nötigung

Nach umfangreichem Verfahren zweifelt selbst der Ankläger an der Schuld des 19-Jährigen. „Das Mädchen erzählt verschiedene Versionen mit mehr als nur geringen Widersprüchen. Man kann nicht sagen, dass es besonders glaubhaft wirkt. Man wird an einem Freispruch nicht vorbeikommen“, sagte der Staatsanwalt. Vor einer Verurteilung warnte er zudem: „Wenn man als afghanischer Asylant wegen so eines Deliktes bestraft wird, ist es nicht weit zur Abschiebung.“

Der 19-Jährige wird schließlich mangels Beweisen freigesprochen. „Unbeteiligte Zeugen wurden nicht befragt. Da gibt es einige Punkte, die aufzuklären gewesen wären. Diese Zweifel dürfen aber nicht zulasten des Angeklagten gereichen“, begründet der Richter seine Entscheidung. Das Urteil ist rechtskräftig.