Amstettner Pendlerin verärgert: „Zug wartet nicht“. Weil der ÖBB Railjet von Linz nach Amstetten öfter Verspätung hat, erreicht Pendlerin den Zug nach Hausmening nicht mehr.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. Februar 2020 (05:53)
Pendlerin Elisabeth Pohn-Koch verpasst in Amstetten immer wieder einmal ihren Anschlusszug Richtung Hausmening, weil der von Linz kommende Railjet Verspätung hat. 
Kovacs

Elisabeth Pohn-Koch ist bei der Firma LiSEC am Standort Hausmening beschäftigt (Leiterin der Rechtsabteilung) und pendelt seit vier Jahren wochentags von Linz zu ihrem Arbeitsplatz. Sie hat allerdings Probleme mit dem Anschluss in Amstetten. „Ich bin zwar glücklich, dass die ÖBB nun einen Zug um 8.05 Uhr installiert haben, allerdings bin ich seit der Fahrplanumstellung öfter gezwungen, mir von Amstetten nach Hausmening ein Taxi zu nehmen, das 20 bis 25 Euro kostet“, berichtet die Pendlerin.

Die ÖBB Railjets seien nämlich – im Gegensatz zur Westbahn – „teurer und unpünktlich.“ Darüber hinaus warte der REX Richtung Waidhofen nun auch nicht mehr auf den von Linz kommenden Zug, sondern fahre einfach ab. „Auf die Frage, warum denn ein Anschlusszug ohne Fahrgäste abfährt, anstatt fünf Minuten zu warten, wurde mir vom Zugbegleiter einmal mitgeteilt, dass die ÖBB für diese Strecke vom Land NÖ Förderung erhalte und daher eine gewisse Pünktlichkeit des REX garantieren müsse“, berichtet Pohn-Koch. Sie habe es seit der Fahrplanumstellung am 19. Dezember nur zwei Mal geschafft, den Anschlusszug zu erreichen, ohne einen rekordverdächtigen Sprint einlegen zu müssen. „Und ich habe noch andere Kollegen, denen es genau so geht“, berichtet sie.

Von den ÖBB erhielt sie auf ihre Beschwerde hin die Mitteilung, dass im Nahverkehr Anschlüsse bei Zugverspätungen grundsätzlich nicht abgewartet würden, wenn innerhalb von 30 Minuten ein geeignetes Alternativangebot bestehe. „Besteht innerhalb von 30 Minuten kein geeignetes Alternativangebot, warten Züge des Nahverkehrs die Zubringerzüge bis zum maximalen Pünktlichkeitsschwellwert (5 bzw. 3 Minuten) ab.“ Das sei keine Böswilligkeit, sondern eben die gültige Regelung. „Wir aber arbeiten laufend an Optimierungen.“ Auf Anfrage der NÖN teilten die ÖBB mit, dass sie mit Pohn-Koch in Verbindung treten werden.