Prozess vertagt: Missbrauchsfall geht im Oktober weiter. Schock-Prozess kam heute nicht zu einem Ende - Richterin musste bis zum Herbst vertagen. Der Fall aus dem Raum Amstetten lässt keinen kalt. Ein Opa soll seinen beiden Enkel jahrelang misshandelt und sogar missbraucht haben. Er leugnete die Tat bei Gericht.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 23. Juli 2020 (16:22)
APA (Symbolbild)

Zweiter Prozesstag am Landesgericht St. Pölten. Auf der Anklagebank sitzt ein 58-jähriger Mann aus dem Raum Amstetten. Ihm wird schwere Misshandlung und mehrfacher Missbrauch von Unmündigen vorgeworfen.

Wie schon berichtet hat der Opa die zwei Enkel nach der Scheidung von deren Eltern in Obhut erhalten. Damals waren sie vier und fünf Jahre alt. Als die Staatsanwältin die Anklageschrift vorliest, stellt es einem die Nackenhaare auf. Er soll die Kinder geschlagen, in eine Tonne gepfercht und in den Keller gesperrt haben. Weiters soll er das Haustier der Kleinen getötet und es ihnen dann präsentiert haben.

Doch all dies reichte dem Opa nicht. Laut Anklage soll er sich mindestens 400 Mal an der Enkeltochter vergangen haben. Das Martyrium der beiden soll von 2009 bis 2014 angedauert haben.

Aufgeflogen ist der Mann nur, weil er wegen einer anderen Tat beim Jugendamt angezeigt wurde. Erst im Gespräch mit einem Therapeuten hat sich das Mäderl dann geöffnet und über die mehrfachen sexuellen Übergriffe berichtet. 

Beim zweiten Prozesstag, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, beantragte der Verteidiger weitere Zeugen.

Die Richterin vertagte die Verhandlung auf 8. Oktober.