Kashofer: „Anderen werden solche Fallen nicht gestellt“. Nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache erreichte die NÖN am Samstagnachmittag die Amstettner FP-Stadträtin Brigitte Kashofer zu einer ersten Reaktion.

Von Peter Führer. Update am 18. Mai 2019 (21:35)
Kovacs
Amstettens FP-Stadträtin Brigitte Kashofer

„Mein erster Gedanke war, dass anderen Parteien solche Fallen nicht gestellt werden“, erklärte Kashofer. Die weiteren Entwicklungen könne sie nicht beeinflussen. Der Rücktritt von Heinz-Christian Strache sei das einzig mögliche gewesen.

"Es war nicht die Partei, sondern nur Strache und Gudenus"

Nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz verkündete, dass es Neuwahlen geben wird, erklärt Amstettens FP-Stadträtin Brigitte Kashofer: „Der Herr Bundeskanzler hat ja darauf verwiesen, wie das Ganze entstanden ist und an die Öffentlichkeit gekommen ist. Es ist klar, dass  die Linken und die Medien mit allen Mitteln daran gearbeitet haben, dass die Regierung stürzt. So einen Patzer darf sich der Chef einer großen Partei aber nicht erlauben. Es war nicht die Partei, sondern nur Strache und Gudenus, allerdings ist kein Schaden entstanden. Auf der anderen Seite finde ich es aber stark, dass die gesamte Mannschaft der FPÖ gesagt hat, dass es – bevor wir Herbert Kickl als Innenminister opfern – Neuwahlen geben soll. Ich glaube, der Grund, warum das Ganze jetzt hochgeht ist, dass Herbert Kickl die Flüchtlingsbetreuung in staatliche Hände legen wollte. Da war die SPÖ, die sonst immer für Verstaatlichung ist, nicht dabei. Auch die EU-Wahl hat denke ich eine Rolle gespielt. Neuwahlen finde ich ganz in Ordnung, da sieht man dann, wo die Mehrheiten sind. Ich hoffe, dass die Wähler nicht auf die linken Intrigen reinfallen. Die FPÖ hat eine sehr wichige Rolle in Österreich, auch in der Opposition.“

"Österreich braucht nicht nur saubere Umwelt sondern auch saubere Politik"Grünen-Bezirkssprecher Dominic Hörlezeder

Dominic Hörlezeder, Grünen-Bezirkssprecher in Amstetten und Stadtrat: „In einer derartigen Staatskrise, wie sie die FPÖ verursacht hat, sind Neuwahlen unumgänglich. Das ist die einzige Möglichkeit, das verworrene Sittenbild wieder zurecht zu rücken. Ich hätte mir eine wesentlich raschere und somit klarere Entscheidung von Bundeskanzler Kurz erwartet. Der Wiedereinzug der Grünen ins Parlament wäre enorm wichtig für Österreich. Man sieht, wie dringend Kontrolle nötig ist. Österreich braucht nicht nur saubere Umwelt sondern auch saubere Politik. Außerdem brauchen wir dringend zielführende Maßnahmen im Kampf gegen die Klimakrise und nicht nur vage Bekenntnisse, wie sie von anderen Parteien in Wahlkampfzeiten gemacht werden.“