Quartier A: Arbeiten und leben an einem Ort. Rund um den Amstettner Bahnhof soll Stadtteil der Zukunft entstehen. Masterplan gibt die Richtung vor.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 26. Juni 2018 (05:16)
Hermann Knapp
Bei der Präsentation des Masterplans in der Remise (von links) Tomás Labanz und Ramón Bernabé (Architektur Urbanism/Barcelona), Architekt Peter Steinbach, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Bürgermeisterin Ursula Puchebner, ÖBB-Projektleiter Günter Sterlike und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer.

Der Masterplan für das Quartier A rund um den Bahnhof liegt auf dem Tisch. Nun ist der Ball bei der Stadt. Sie muss die für die Umsetzung der Projekte notwendigen Flächenwidmungsverfahren einleiten.

„Eine historische Chance, die es zu nutzen gilt“

Am Samstagvormittag wurden die Eckpunkte des geplanten Quartiers A interessierten Bürgern in der Remise vorgestellt. Das „A“ leitet sich übrigens nicht von Amstetten ab, sondern steht für „answers“, weil im Bereich um die Remise Antworten auf Zukunftsfragen gegeben werden sollen.

Bürgermeisterin Ursula Puch ebner (SP) betonte einmal mehr, dass sich der Stadt „eine historische Chance eröffnet hat, die es zu nutzen gilt. Wir haben hier eine Fläche von rund 100.000 Quadratmetern zur Verfügung, die wir sinnvoll entwickeln wollen und die für unser Ziel, die Einwohnerzahl Amstettens auf 30.000 zu erhöhen, sehr wichtig ist.“ Es müsse dabei aber auch der Brückenschlag vom Zentrum zum neuen Stadtteil gelingen.

Für Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer (VP) hat die Remise „das Potenzial zum Zentrum für neue innovative Betriebe zu werden, die sich dort auch mit den traditionellen Industriebetrieben vernetzen.“

Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig sieht im Quartier A die Möglichkeit „zukunftsträchtige medizinische Versorgungseinrichtungen zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen, rasch und unkompliziert beste Versorgung zu erhalten.“

Quartier A für alle Bereich des Lebens

Projektleiter Günther Sterlike (ÖBB) betonte, dass das Quartier A alle Bereiche des Lebens abdecken solle: Arbeiten, Wohnen, Bildung, Gastronomie, Gesundheits- und Freizeitangebote. Er präsentierte in Grundzügen den vorliegenden Masterplan.

Das Areal wurde dafür in vier Bereiche geteilt:

Am Mühlbach (Bereich um die Roseggerstraße): Hier sollen vor allem Wohnungen mit viel Grünraum entstehen. „Wir wollen ein breites Angebot an Wohnraumkonzepten bieten – von Single-Apartements bis zum Mehrgenerationen-Wohnen, vom betreuten Wohnen bis hin zu temporären Unterkünften und Raum für Familien“, sagt Sterlike. Geplant sind am Mühlbach auch zwei neue zentrale Bürogebäude.

Am Magazin (an der Einfahrt zum Zentrum – Bereich ums Parkdeck): Ergänzend zu bestehenden medizinischen Einrichtungen will das Quartier A hier ein umfassendes Gesundheitsangebot bereitstellen, das Prävention, Therapie und Betreuung beinhaltet. Die Einrichtungen sollen eine moderne, offene, einladende Architektur haben. Sie werden optimal an den öffentlichen Verkehr angebunden sein. Das Landesklinikum und andere wichtige Einrichtungen sind fußläufig erreichbar.

An der Remise (direkt an der Nahverkehrsdrehscheibe Bahnhof): „Hier wird der Hauptzugang zum Quartier A sein. Architektonisch ist geplant, im Innenraum das Bühnenbild mit Holz-Dachstuhl und den Toren zu erhalten. Es wird sozusagen eine neue Halle darüber gestülpt. Geplant sind eine Gastronomie mit Außenbereich, ein Seminar- und Veranstaltungszentrum für Kongresse, Workshops und Events sowie ein Officebereich mit Büroräumen für Jungunternehmer. Die Remise soll künftig ein Raum der Begegnung sein. Hier soll sich ein Netzwerk von innovativen Unternehmen, Kreativen, Gründern sowie Bildungseinrichtungen formen, das sich Zukunftsfragen stellt und Lösungen entwickelt. Der Slogan dieses Future Hubs lautet daher nicht umsonst: „Was hier entsteht, muss erst erfunden werden.“

Am Stellwerk (im Bereich Umfahrungsstraße/Reichsbrücke): Hier ist Platz für Logistikunternehmen und Gewerbebetriebe.

Im Anschluss an die Präsentation des Masterplans hatten interessierte Bürger die Möglichkeit, mit den Architekten und Projektverantwortlichen zu diskutieren und auch ihre eigenen Ideen einzubringen.